Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.01.2007

12:28 Uhr

Deutsches Traditionsunternehmen

Modellbahnhersteller Märklin bekommt neuen Chef

Der ehemalige Müller-Milch-Geschäftsführer Axel Dietz (46) wird neuer Chef beim Modellbahnhersteller Märklin.

DÜSSELDORF. Wie Dietz dem Handelsblatt (Montagsausgabe) bestätigte, tritt er sein Amt am 1. Februar an und wird Märklin auch schon auf der Spielwarenmesse in Nürnberg vertreten, die am kommenden Donnerstag beginnt. „Ich freue mich unglaublich auf diese Aufgabe“, sagt Dietz. „Märklin ist eine absolut faszinierende Marke, die stark unterentwickelt ist.“

Das Göppinger Unternehmen war 2006 nur knapp an einer Insolvenz vorbeigeschrammt. Der britische Finanzinvestor Kingsbridge Capital übernahm im Mai kurz vor der Überschuldung die Anteile der 22 schwer zerstrittenen Familiengesellschafter. Zuvor war der Umsatz innerhalb von drei Jahren um 25 Prozent gesunken. 2006 hat Märklin nach eigenen Angaben den Umsatz bei 123 Mill. Euro stabilisiert. Zum Ergebnis macht die Firma keine Angaben. Nach Informationen des Handelsblattes häufte Märklin 2004 und 2005 insgesamt einen Verlust von zwanzig Mill. Euro nach Steuern an.

Dietz’ Lebenslauf weist ihn als ausgesprochenen Markenexperten aus. Er begann seine Karriere nach einem nach Jura- und Betriebswirtschaftsstudium beim amerikanischen Tabakkonzern Phillip Morris, und arbeitete auch für dessen Konkurrenten R.J Reynolds und Tchibo, bevor er ab 2000 im Vorstand des Haarpflegeproduzenten Wella für die gesamte Consumer-Sparte zuständig war. Danach leitete Dietz bei Lancaster in Paris das gesamte Duft- und Kosmetikgeschäft von Marken wie Lancaster, Davidoff, Jil Sander und Joop.

Bei Märklin wird Dietz nicht nur Geschäftsführer, sondern auch Teilhaber. „Ich steige mit eigenem Geld in die Firma ein“, sagte er dem Handelsblatt. Details wollte er allerdings noch nicht nennen. Zunächst will sich Dietz Anfang der kommenden Woche der Belegschaft vorstellen und dann auf den wichtigsten Branchentreff, die Spielwarenmesse in Nürnberg vorbereiten. Auf Märklin hält er große Stücke. „Wenn man sich bei den Leuten umhört, dann hat die Marke trotz aller Schwierigkeiten noch keinen Kratzer bekommen“, sagt Dietz. „Und am Arbeiten mit solchen Edelmarken habe ich großen Spaß.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×