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19.06.2013

10:10 Uhr

Deutschland Dinner mit GE-Chef Immelt

„Deutschlands Energiepolitik langfristig nicht tragbar“

VonDana Heide

Jeffrey Immelt auf Blitzbesuch in Berlin. Beim Handelsblatt Deutschland Dinner kritisiert der General-Electric-Chef vor 500 Lesern, darunter auch Wirtschaftsminister Rösler, die Energiewende. Diese vernichte Jobs.

GE-Chef Jeffrey Immelt spricht in Berlin zu Handelsblatt-Lesern. CHLietzmann

GE-Chef Jeffrey Immelt spricht in Berlin zu Handelsblatt-Lesern.

BerlinAls die „Air Force One“ mit US-Präsident Barack Obama an Bord in Berlin-Tegel landet, steht dort ein Privatjet schon längst auf dem Rollfeld. Er war bereits mittags aus Paris gekommen. An Bord: Jeffrey Immelt, Chef von General Electric und damit einer der wichtigsten Wirtschaftsbosse der Welt.

Er ist Ehrengast beim Handelsblatt Deutschland Dinner. Immelt spricht mit Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart unter anderem über eines der wichtigsten Themen, das Deutschland gerade umtreibt: die Energiewende. Deutschland brauche eine „Zweitmeinung“, einen unabhängigen Blick auf dieses Thema, ermuntert Steingart seinen Gast.

Und Immelt liefert. Die Tatsache, dass Vizekanzler und Wirtschaftsminister Philipp Rösler im Publikum sitzt, kann ihn daran nicht hindern: „Wenn ein Stahlwerk in Texas 5 US-Cent pro Kilowattstunde Strom zahlen muss und eine Prozessindustrie in Deutschland 20 US-Cent, dann werden hier Arbeitsplätze vernichtet“, sagt er.

Manchmal gehe es eben nur darum, wie man im Vergleich zu anderen dastehe, denn kein Unternehmen agiere isoliert. „Ich denke, dass Deutschland gerade wirtschaftlich zu leiden hat“, sagt Immelt. „Energiepolitik ist eine große Herausforderung und sie verwirrt die Menschen, die in Deutschland investieren wollen. Ich glaube, dass Sie hier in Deutschland einen der besten Regierungschefs der Welt haben, aber ich denke, dass diese Energiepolitik langfristig nicht tragbar ist.“ Rösler, aber auch Firmenchefs wie Peter van Hüllen, Vorstand der Geschäftsführung der Georgsmarienhütte, oder der Ehrenpräsident der US-Handelskammer in Deutschland, Fred Irwin, nickten zustimmend.

Immelt spricht sich dafür aus, das umstrittene Fracking auch in Deutschland zu fördern, also die Gewinnung von Gas durch das Aufbrechen von Gesteinsschichten mithilfe von Chemikalien. Innovation komme durch ständige Verbesserung voran, nicht durch ständige Angst. Kritiker befürchten die Kontamination des Grundwassers und die Verseuchung der Luft, wenn bei den Bohrungen giftiges Methan entweicht. „Aus meiner Sicht können diese zwei Herausforderungen technisch gelöst werden“, sagt Immelt. Er plädiert für Gas als Energieträger, um die Grundlast zu tragen und erneuerbare Energien als Ressourcen für die Spitzenlast.

Kommentare (34)

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Falschmeldung

19.06.2013, 10:19 Uhr

„Deutschlands Energiepolitik langfristig nicht tragbar“

Falsch !

„Deutschlands POLITIK langfristig nicht tragbar“

Richtig!

keeper

19.06.2013, 10:41 Uhr

"„Ich denke, dass Deutschland gerade wirtschaftlich zu leiden hat“, sagt Immelt. "

Ja: ganz fürchterlich!
Deutschland ist nicht mehr in der Lage, sich selbst mit Gütern zu versorgen - und muß tagtäglich Unmengen an Geld drucken, um sich damit bei seinen Kolonien mit Waren und Gütern eindecken zu können.

... und sollten irgendwann die Zeiten der billigen Energie vorbei sein, wird es der deutschen Wirtschaft nochmal ganz besonders viel schlechter gehen.

Wer in dieser Welt braucht schon energiesparende Technologie?

Euroaus

19.06.2013, 10:48 Uhr

Selber schuld!
Die deutschen Deppen wählen ihre deutschen Politiker ja selber!

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