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03.02.2006

12:53 Uhr

Deutschland fehlt laut Roels klares Energiekonzept

RWE-Chef erwartet weiter steigende Strompreise

Die Verbraucher in Deutschland müssen mit weiter steigenden Strompreisen rechnen. Der Chef des größten deutschen Stromproduzenten RWE, Harry Roels, sagte in einem Interview der „Bild“-Zeitung: „Es ist eine Illusion, zu glauben, dass die Strompreise auf Dauer sinken werden. Wer das behauptet, ist unehrlich. Wie auch beim Erdöl oder Gas werden auch die Strompreise langfristig weiter steigen.“

Harry Roels Foto: ap

Harry Roels Foto: ap

HB HAMBURG. Den Verbrauchern, die unter den Strompreiserhöhungen leiden, empfahl der RWE-Chef Sparsamkeit im Umgang mit der teueren Energie. „Ich behaupte, jeder Haushalt kann durchaus zehn Prozent der Stromrechnung einsparen“, meinte er. RWE überlege derzeit, auf die Stromrechnung künftig Stromspar-Tipps aufzudrucken. Seine eigenen Stromrechnung liege bei rund 80 Euro im Monat, verriet der Manager.

Roels verteidigte gleichzeitig entschieden die Rekordgewinne des Essener Energieversorgers. „Ohne Gewinne kann ein Unternehmen nicht investieren.“ Und RWE wolle in den kommenden Jahren allein in Deutschland zwölf Mrd. Euro investieren.

Gedämpft werden könnte der zu erwartende Preisanstieg nach Einschätzung des Managers durch längere Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke. „Es würde volkswirtschaftlich Sinn machen. Zumindest sollten wir ohne Scheuklappen darüber reden“, sagte Roels und fügte noch hinzu: „Wir bekämen mehr Zeit, um den Übergang von Kernkraft auf andere Energien zu überbrücken.“

Derzeit habe Deutschland noch kein klares Energiekonzept, durch welche Energieträger die Atomkraftwerke ersetzt werden sollten, bemängelte der Manager. „Da ist auch die Politik jetzt gefordert.“ Mit seinem Festhalten am Ausstieg gehe Deutschland im Vergleich zum Rest der Welt einen Sonderweg. „Um uns herum werden die Laufzeiten verlängert und weltweit sogar neue Kraftwerke gebaut. Das ist auch angesichts der Abhängigkeit von Erdöl und Gas absolut nachvollziehbar“, meinte der RWE-Chef.

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