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30.05.2015

11:39 Uhr

DFB-Pokalfinale

Das Finale der Autobauer

VonLukas Bay

Wenn heute der VfL Wolfsburg und Borussia Dortmund um den DFB-Pokal kämpfen, duellieren sich auch zwei Autobauer. Opel und VW treffen sich in der Hauptstadt zur Marketing-Schlacht.

PR Opel

Opel Werbung DFB Pokalfinale

Berlin„Opel ist wieder da“ - diesen Satz verwendet Opel-Chef Karl-Thomas Neumann besonders gerne. Wenn an diesem Samstag das DFB-Pokalfinale angestoßen wird, dann stimmt dieser Satz umso mehr. Wie im vergangenen Jahr ist Opel wieder in Berlin. Als Sponsor von Borussia Dortmund haben die Rüsselsheimer sich ihre Finaltickets gesichert. Neumann selbst wird im Olympiastadion erwartet. Dort dürfte allerdings der große Konkurrent regieren: Volkswagen ist als Trikotsponsor des VfL Wolfsburg und gleichzeitig Sponsor des Wettbewerbs.

Auch der Opel-Partner BVB wird darum mit einem VW-Logo auf der Schulter auflaufen. Das dürfte eine kleine Genugtuung für VW-Konzernchef Martin Winterkorn sein, der ebenfalls persönlich nach Berlin kommen will.

Das Finale im DFB-Pokal ist auch ein Marketingduell der Autogrößen – und Berlin ist der Schauplatz. Allein mit neun LED-Wagen wird Volkswagen in der Hauptstadt für eine Aktion werben, mit der Fans ihre Bilder direkt auf die Bande im Stadion schicken können. Die Gladbacher Fußball-Legende Günter Netzer wirbt für den Autobauer für die Verlosung der letzten Finaltickets. Slogan: „Wechsel Dich selbst ein.“ Eine Reminiszenz an das unvergessene Finale der Gladbacher Borussia gegen den Lokalrivalen 1. FC Köln im Jahre 1973, als Netzer sich selbst einwechselte.

Gerade die Vergangenheit spielt in der Werbestrategie der Wolfsburger eine große Rolle. Im Internet lässt VW darüber abstimmen, welcher Spieler des Finales in die lange Reihe der Legenden aufgenommen wird. Ein bisschen Tradition müssen die Wolfsburger schon vortäuschen, denn der VfL Wolfsburg hat in seiner Vergangenheit nur wenige ruhmreiche Momente vorzuweisen.

Ein paar gibt es aber doch: Beim offiziellen Fanfest der Wolfsburger auf dem Vorplatz des Berliner Hauptbahnhofs begrüßt VW darum auch die Finalmannschaft der Wölfe aus dem Jahr 1995. Und auch aktuelle Helden geben sich die Ehre. Oder genauer: Heldinnen. Die beiden Fußball-Nationalspielerinnen Lena Goeßling und Alexandra Popp, die im Dress der Wolfsburger sowohl den DFB-Pokal als auch den Champions-League-Pokal der Frauen gewinnen konnten.

Volkswagen hat zum Pokalfinale eine Sonderwerbung herausgebracht. Volkswagen

VW-Werbung zum DFB-Pokalfinale

Volkswagen hat zum Pokalfinale eine Sonderwerbung herausgebracht.

Opel eröffnet die Marketingschlacht mit einem kleinen Seitenhieb auf den Konkurrenten aus Wolfsburg: „Autokorso statt Autostadt“ werben die Rüsselsheimer in Zeitungsanzeigen. Und auch an den beiden Standorten, an denen die meisten Dortmund-Anhänger erwartet werden, wirbt Opel massiv. Rund um die Gedächtniskirche sind zehn Opel Adam in BVB-Optik unterwegs. Vier Fans werden damit – mit einen bisschen Losglück – noch ins Stadion gefahren. Für die anderen unterstützt Opel auch das offizielle Public Viewing am Tempelhofer Feld, zu dem 30.000 Dortmund-Fans erwartet werden.

Opel huldigt auch dem Trainer Jürgen Klopps, der die Schwarz-Gelben im Pokalfinale das letzte Mal trainieren wird. Am Breitscheidplatz in Berlin-Charlottenburg verteilen die Opelaner Masken mit dem Gesicht von Klopp. Die Aktion bewarb Opel auch auf Twitter.

Doch selbst wenn am Ende der BVB den Pokal holen sollte, dürfte Volkswagen das Duell aber nicht komplett verloren haben: Der Mannschaftsbus, mit dem Klopp nach dem Sieg um den Dortmunder Borsigplatz fahren will, dürfte von der Lkw-Tochter MAN kommen.

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