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11.01.2011

17:47 Uhr

Diabetesmittel

Boehringer und Eli Lilly planen Zusammenarbeit

Deutschlands zweitgrößter Pharmakonzern Boehringer Ingelheim und das US-Pharmaunternehmen Eli Lilly peilen gemeinsam ein Milliardengeschäft mit neuen Diabetesmitteln an. Geplant ist unter anderem, dass die Unternehmen gemeinsam vier Wirkstoffe entwickeln und vermarkten, die sich bereits in mittleren und späten Stadien der Entwicklung befinden.

Boehringer-Mitarbeiter in einem Labor in Ingelheim. ap

Boehringer-Mitarbeiter in einem Labor in Ingelheim.

HB FRANKFURT. Die Konzerne hätten auf lange Sicht in der Spitze zusammen schätzungsweise ein Umsatzpotenzial von zehn Milliarden Euro, sagte Engelbert Tjeenk Willink, Mitglied der Unternehmensleitung bei Boehringer, am Dienstag bei der Vorstellung der strategischen Allianz in Frankfurt. Je zwei der Mittel stammen von Boehringer Ingelheim und von Lilly.

Die Unternehmen brächten die Sachkenntnis Lillys auf dem Markt der Diabetes-Medikamente und Boehringer Ingelheims Pipeline zusammen, um einer der weltweit führenden Anbieter in diesem Bereich zu werden, sagte der Sprecher der Unternehmensleitung von Boehringer Ingelheim, Andreas Barner. Die Firmen teilen sich die Kosten.

Der Vertrag sieht unter anderem vor, dass Lilly 300 Millionen Euro an Boehringer Ingelheim zahlt, das zusätzlich Anspruch auf 625 Millionen Euro hat, wenn seine Mittel bestimmte Zulassungshürden nehmen. Falls die Lilly-Mittel diese Erfolge verbuchen können, hat das US-Unternehmen Anspruch auf 650 Millionen US-Dollar.

Sollte Boehringer darüber hinaus bereit sein, sich an der Entwicklung und Vermarktung einer bestimmten Lilly-Substanz für Patienten mit Diabetes und chronischem Nierenleiden zu beteiligen, erhält Lilly zusätzlich bis zu 525 Millionen US-Dollar, wenn bestimmte Ziele erreicht werden.

Nach Angaben der Partner leiden weltweit 285 Millionen Erwachsene unter Diabetes, allein in den USA sind es mehr als 24 Millionen Menschen. Die direkten und indirekten Gesundheitskosten, die durch Diabetes verursacht werden, beliefen sich allein in den USA auf 174 Milliarden Dollar pro Jahr.

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