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05.01.2007

09:37 Uhr

Diagnostik-Start-up

Epigenomics findet neuen Entwicklungspartner

VonAnna Sleegers

Wenige Wochen nach dem abrupten Ende der Entwicklungspartnerschaft mit Roche Diagnostics hat das Berliner Biotechnologie-Unternehmen Epigenomics wieder Grund zur Freude: Das Diagnostik-Start-up hat einen neuen Entwicklungspartner gewonnen.

FRANKFURT. Wie Epigenomics am Donnerstag mitteilte, hat es das US-Unternehmen Centocor als neuen Entwicklungspartner gewonnen. Centocor ist eine Tochtergesellschaft des US-Konzern Johnson & Johnson.

Epigenomics wird im Rahmen der Partnerschaft neue Biomarker zur Identifizierung von Tumoren suchen. Biomarker sind körpereigene Substanzen, mit denen sich Krankheiten diagnostizieren lassen. So unterscheiden sich zum Beispiel Krebszellen von gesunden Zellen durch bestimmte Veränderungen des Erbguts. Epigenomics entwickelt Technologien, um in Gewebeproben die mikroskopisch kleinen Spuren dieses veränderten Erbgutes im Labor sichtbar zu machen.

Für die Entwicklung neuer Therapien gegen Krebs könnten Biomarker eine wichtige Rolle spielen, denn immer wieder entwickeln Pharma- und Biotechnologie-Konzerne neue Medikamente, die bei manchen Patienten sehr gut, bei anderen Patienten dagegen überhaupt nicht anschlagen.

„Mit den richtigen Biomarkern ließe sich möglicherweise vorhersagen, ob ein Patient unter der Tumorart leidet, gegen die ein Medikament wirkt“, sagte ein Epigenomics-Sprecher auf Anfrage.

Der Bedarf nach einem solchen Instrument ist riesig – zumindest in der Theorie. Denn die hohen Kosten neue Krebsmedikamente belasten die Krankenversicherer enorm. Die Nachfrage in der Pharmaindustrie hält sich jedoch in Grenzen, da die Konzerne auf der Suche nach Wirkstoffen sind, die sich möglichst gegen alle Tumorarten einsetzen lassen.

Wie zuverlässig die Biomarker-Technologie ist, lässt sich derzeit nur schwer sagen. Erst Mitte September hatte Roche Diagnostics die Zusammenarbeit mit Epigenomics beendet, weil die gemeinsam erforschten Marker für die Krebsfrüherkennung enttäuschende Ergebnisse geliefert hätten.

Die Börse hatte extrem enttäuscht auf das Ende der Roche-Kooperation reagiert. Der Aktienkurs war um mehr als ein Drittel eingebrochen und hat seither kaum Boden gut gemacht. Auch gestern notierte die Aktie nur zeitweise im Plus. Am Abend lag der Kurs mit 3,40 Euro bereits wieder 0,9 Prozent unter dem Schlusskurs vom Vortag.

Finanzielle Einzelheiten der neuen Kooperation gab Epigenomics nicht bekannt. Allerdings ist der Deal mit der Johnson & Johnson-Tochter nicht die einzige Partnerschaft der Berliner. Der Spezialist für Molekulardiagnostik arbeitet nach eigenen Angaben auch mit dem Unternehmen Astra-Zeneca sowie mit den Biotechnologiefirmen Affymetrix und Qiagen zusammen.

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