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30.04.2013

08:09 Uhr

Dialysekonzern

Gewinneinbruch bei Fresenius Medical Care

Der weltgrößte Blutwäschekonzern Fresenius Medical Care hat im ersten Quartal zwar den Umsatz gesteigert, aber fast vierzig Prozent weniger verdient. Hauptgrund dafür war allerdings ein Sondereffekt aus dem Vorquartal.

Produktion von Dialysatoren bei FMC. Der Konzern muss Gewinneinbußen hinnehmen. ap

Produktion von Dialysatoren bei FMC. Der Konzern muss Gewinneinbußen hinnehmen.

FrankfurtDer Dialysekonzern Fresenius Medical Care (FMC) hat im ersten Quartal deutlich weniger verdient als vor Jahresfrist. Der Gewinn fiel um 39 Prozent auf 225 Millionen Dollar, wie der weltgrößte Blutwäschekonzern am Dienstag mitteilte. Hauptverantwortlich für den Rückgang war ein positiver Sondereffekt in Höhe von 127 Millionen Dollar aus dem Vorjahr, der im Zusammenhang mit der Übernahme des US-Konkurrenten Liberty Dialysis stand.

Die Umsätze von FMC kletterten Anfang des Jahres um sieben Prozent auf 3,46 Milliarden Dollar. Von Reuters befragte Analysten hatten für das Auftaktquartal bei einem Umsatz von 3,5 Milliarden Dollar einen Überschuss von 256 Millionen Dollar prognostiziert.

Pharmabranche an der Patentklippe

Wichtige Patente laufen aus

Die Pharmabranche steht vor schwierigen Zeiten: Nach Einschätzung des Beratungsunternehmens Accenture werden bis zum Jahr 2015 rund 50 Blockbuster ihren Patentschutz verlieren – das sind Arzneien, die für mindestens eine Milliarde Dollar Umsatz im Jahr sorgen. Die Originalprodukte verlieren nach Patentablauf in der Regel massiv Marktanteile an die deutlich preisgünstigeren Nachahmer-Produkte der Generikahersteller.

Cholesterinsenker und Blutverdünner

Betroffen sind die Medikamente etlicher Pharmakonzerne. Etwa der Cholesterinsenker Lipitor, mit dem Pfizer einst mehr als 12 Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr machte. Oder der Blutverdünner Plavix, der Sanofi und Bristol-Myers Squibb 2011 mehr als neun Milliarden Dollar in die Kassen spülte. Auch das Asthma-Mittel Singulair von Merck verliert seinen Schutz.

Generikahersteller profitieren

Von Ablauf der Patente profitieren die Hersteller von Generika: Sie dürfen die Arzneien kopieren und zu günstigen Preisen verkaufen. Das dämpft die Kosten – auch die Patienten profitieren davon.

Probleme mit dem Nachschub

Der Pharma-Industrie fällt es immer schwere, neue Blockbuster-Medikamente zu entwickeln. Das hat mit den strikteren Zulassungsbedingungen und den schärferen Kontrollen der Behörden zu tun. Ein Beispiel: Der deutsche Hersteller Merck stoppte das Multiple-Sklerose-Medikament Cladribin, weil es in mehreren Ländern keine Zulassung bekam.

In den USA bekommt FMC derzeit die Einschnitte im Gesundheitssystem zu spüren. Von den automatischen Haushaltskürzungen, die im März in Kraft getreten sind, ist nämlich auch der Dialysemarkt betroffen. FMC-Chef Rice Powell bekräftigte für 2013 dennoch die bisher ausgegeben Ziele. Der Gewinn soll demnach zwischen 1,1 und 1,2 Milliarden Dollar verharren, der Umsatz auf mehr als 14,6 Milliarden Dollar steigen.

Die durchschnittliche Vergütung pro Dialyse-Behandlung in den USA - eine der wichtigsten Kennzahlen in der Branche - stieg im ersten Quartal 2013 auf 359 Dollar nach 353 Dollar vor Jahresfrist. Allerdings nahmen auch die Kosten zu auf 294 Dollar nach 286 Dollar im ersten Quartal 2012.

Von

rtr

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