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04.04.2006

14:57 Uhr

Die Maybachs

Gründerfamilie steigt wieder bei MTU Friedrichshafen ein

Vor drei Monaten hatte der schwedische Finanzinvestor EQT nach harten Verhandlungen den Motorenbauer MTU Friedrichshafen komplett übernommen. Nun ist die Familie der Mitgründer Karl und Wilhelm Maybach wieder zum Unternehmen gestoßen.

HB FRANKFURT. „Die Vereinbarung über den erneuten Einstieg kam vor dem Hintergrund zustande, dass die Maybach-Familie und EQT gleichermaßen von dem erheblichen Entwicklungspotenzial von MTU überzeugt sind“, teilte EQT am Dienstag in Stockholm mit. Über die Details sei Stillschweigen vereinbart worden.

Der Verkauf des 1909 gegründeten Traditionsunternehmens hatte sich im vergangenen Jahr monatelang hingezogen. Mehrheitseigentümer Daimler-Chrysler wollte sich von dem Großmotorenbauer trennen, um sich auf sein Autogeschäft zu konzentrieren. Nach wochenlangem Poker kaufte der Autobauer im Sommer zunächst die Erben der MTU-Gründerfamilien Maybach und Zeppelin heraus. Er zahlte für deren 11,65-prozentigen Anteil 171 Mill. Euro. Die Familien hatten – ohne die Zustimmung Daimlers – allerdings schon einen Verkauf an den EQT-Konkurrenten Carlyle eingefädelt, der letztlich platzte. Am Ende erhielt EQT für 1,6 Mrd. Euro den Zuschlag.

Den Schweden zufolge wurden mittlerweile vier neue Mitglieder in den Aufsichtsrat von MTU berufen. Die Leitung des Kontrollgremiums hat künftig Rolf Eckrodt inne, zu Zeiten der Daimler-Chrysler-Beteiligung an Mitsubishi Motors der dortige Vorstandschef. Ebenfalls im Aufsichtsrat ist der niedersächsische Stahl-Unternehmer Jürgen Großmann. MTU Friedrichshafen strebt bis 2011 den Gang an die Börse an.

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