Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.05.2017

15:47 Uhr

Diesel-Gipfel in Stuttgart

„Wir müssen das schnell und zügig klären“

Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann will die Diskussion über ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge rasch beenden. Beim Autogipfel sollte es das Hauptthema sein – doch es spielte nur am Rande eine Rolle.

Der baden-württembergische Ministerpräsident fordert eine rasche Entscheidung über ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge. dpa

Winfried Kretschmann trifft Autobauer

Der baden-württembergische Ministerpräsident fordert eine rasche Entscheidung über ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge.

StuttgartBaden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) fordert in der Debatte über Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in Stuttgart eine rasche Lösung. „Wir müssen das schnell und zügig klären, damit diese negativen Diskussionen mal beendet werden“, sagte der Grünen-Politiker am Freitag nach einem Treffen mit Vertretern der Autobranche in Stuttgart. Bei dem Autogipfel, an dem unter anderem die Vorstandschefs von Daimler und Bosch teilnahmen, habe das Thema jedoch nur am Rande eine Rolle gespielt.

Die grün-schwarze Landesregierung hatte wegen häufig überhöhter Stickoxid- und Feinstaubwerte in Stuttgart im Februar zeitweise Fahrverbote ab 2018 beschlossen. Sie sollen an Tagen mit hoher Feinstaubbelastung für alle Diesel-Fahrzeuge gelten, die nicht die Euro-6-Norm erfüllen. Ziel ist, die durch die Kessellage besonders schlechte Luft in der Landeshauptstadt sauberer zu machen. Das Bundesland reagiert damit auf die EU-Strafverfahren wegen überhöhter Schadstoffwerte in vielen Großstädten bundesweit sowie auf Klagen von Anwohnern und der Deutschen Umwelthilfe.

Diesel müssen draußen bleiben

Großstädte verhängen „Durchfahrverbote“

Diesel müssen draußen bleiben: Großstädte verhängen „Durchfahrverbote“

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Die Autoindustrie lehnt Fahrverbote ab. Sie fürchtet, dass darunter das durch den VW-Skandal beschädigte Image von Dieselautos weiter leidet. Das würde sie bei der Einhaltung der strengeren Grenzwerte in der EU für Kohlendioxid (CO2) in die Bredouille bringen. Denn Dieselwagen verbrauchen 15 bis 20 Prozent weniger Kraftstoff als vergleichbare Benziner. Die Autobauer brauchen dringend einen großen Diesel-Anteil, um die schärferen CO2-Vorschriften in der EU nach 2020 zu erfüllen.

Inzwischen arbeiten das Land und die Industrie an einer alternativen Lösung: Die Abgasreinigung von Euro-5-Dieselwagen soll durch ein Softwareupdate verbessert werden. Dazu legten alle Autohersteller, die hierzulande Neuwagen verkaufen, vergangene Woche einen Vorschlag vor. Wenn dadurch die Luftverschmutzung genauso viel zurückgefahren werden könnte wie durch ein Fahrverbot, könnte das Land auf die Verbote verzichten. Experten müssen die Vorschläge jetzt noch prüfen. Außerdem müsste sich das Bundesverkehrsministerium mit dem Kraftfahrt-Bundesamt einschalten, da die so veränderten Motoren womöglich neu genehmigt werden müssen.

Krisentreffen in Stuttgart: Endspiel um den Diesel

Krisentreffen in Stuttgart

Premium Endspiel um den Diesel

Ministerpräsident Winfried Kretschmann lädt zum „Autogipfel“ nach Stuttgart. Mit dabei: Daimler, Bosch, Porsche, Audi und ZF. Die Stadt lebt vom Diesel und leidet unter ihm. Drohende Fahrverbote alarmieren die Branche.

Kretschmann gab sich zuversichtlich, dass das Fahrverbot in Stuttgart am Ende abgewendet wird. „Es ist so, dass das möglich sein wird.“ Mit der Frage, wer für eine mögliche Nachbesserung von Euro-5-Fahrzeugen bezahlen müsse, habe er sich allerdings noch nicht befasst. „Da habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Erst mal muss man wissen, ob's geht.“

Zuvor hatte der Grünen-Politiker in einem Interview mit den „Stuttgarter Nachrichten“ und der „Stuttgarter Zeitung“ erklärt, er fühle sich von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) nicht ausreichend unterstützt. Dobrindt habe beim Thema Luftreinhaltung den Kommunen den Schwarzen Peter zugespielt. „Er wartet offensichtlich auf die Lösungen, die wir in Baden-Württemberg finden.“

Dieselgipfel in Stuttgart

Ministerpräsident Kretschmann: „Wir müssen eine schnelle Lösung finden“

Dieselgipfel in Stuttgart:  Ministerpräsident Kretschmann:„Wir müssen eine schnelle Lösung finden“

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Von

rtr

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Rainer von Horn

19.05.2017, 16:26 Uhr

Also ich komme auf ungefähr 9 Millionen Diesel-PkW, die Euro-6 nicht erfüllen, da wird sich die Begeisterung der Automobilhersteller, die mal eben schnell in die Werkstätten zum Umrüsten zu beordern, wohl arg in Grenzen halten.

Es müssten rund 15 Milölionen Diesel-PkW auf deutschen Straßen unterwegs sein und nur gut 6 Millionen davon erfüllen Euro 6.

https://www.kba.de/DE/Statistik/Fahrzeuge/Bestand/b_jahresbilanz.html

H. M.

19.05.2017, 17:55 Uhr

... und waspassiert mit den Benzin PKW's diemehr Feinstaub ausstoßen als Diesel.
Was mit den LKW die BlueTec abschalten um zu sparen und dann nicht mal EURO 2 erfüllen obwohl sie EURO 6 könnten.

Fragen ünber Fragen......

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×