Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.05.2017

10:38 Uhr

Diesel-Umrüstung

Volkswagens Troubleshooter hat seinen Job fast erledigt

VonStefan Menzel

Es ist eine Herkules-Aufgabe: VW-Krisenmanager Manfred Bort will die Umrüstung von Millionen Diesel-Fahrzeugen bis zum Jahresende abschließen. Gelingt ihm das, winkt ihm schon bald ein neuer Posten im Konzern.

Der VW-Krisenmanager hat seine Aufgabe fast erfüllt – Millionen von Diesel-Fahrzeugen sind bald umgerüstet. Volkswagen

Manfred Bort

Der VW-Krisenmanager hat seine Aufgabe fast erfüllt – Millionen von Diesel-Fahrzeugen sind bald umgerüstet.

WolfsburgNoch hängt das Schild an der Tür im vierten Stock der Wolfsburger Konzernzentrale: „Task Force Diesel“. Doch schon in wenigen Wochen dürfte es wieder verschwunden sein. Manfred Bort stellt sich darauf ein, dass er bald einen neuen Arbeitsplatz im Volkswagen-Konzern bekommt.

Nicht etwa, weil er seine Arbeit schlecht gemacht hätte. Der 58-Jährige hat seinen Job einfach nur erledigt, sein Auftrag bei VW ist so gut wie beendet. Seit dem Frühjahr 2016 Jahr ist Bort so etwas wie der oberste Troubleshooter im Konzern. Der Mann, der für den VW-Konzern die Umrüstaktion von mehr als neun Millionen Dieselfahrzeugen mit verdächtiger Motorsteuerung außerhalb der USA leitet.

Volkswagen in Europa: Der Golf ist wieder die Nummer eins

Volkswagen in Europa

Der Golf ist wieder die Nummer eins

VW hat die alte Rangordnung wieder hergestellt: Im April ist der Golf wieder meistverkauftes Auto in Europa.

„Wenn es so weiter geht, sind wir zum Sommer fertig“, sagt der Techniker, der zuvor der Chef der Qualitätssicherung von Volkswagen war. Das aktuelle Tempo wird sich zwar nicht ganz halten lassen. Alle in Deutschland mit der manipulierten Software ausgerüsteten Dieselautos sollten aber spätestens zum Jahresende in der Werkstatt gewesen sein. „Aktuell sind in Deutschland etwa drei Viertel der Fahrzeuge umgerüstet“, erläutert der studierte Physiker.

Bort wirkt gelassen und entspannt. Der wichtigste Teil der Arbeit liegt tatsächlich schon hinter ihm. Die Umrüstung der Autos in den Werkstätten ist nur noch der Schlusspunkt, die eigentliche Arbeit hat Bort davor geleistet. Die Aufgabe des VW-Managers bestand vor allem darin, beim Flensburger Kraftfahrtbundesamt (KBA) die Genehmigung für die Umrüstung aller betroffenen Fahrzeuge zu bekommen – und dieser Job ist inzwischen erledigt.

Damit die manipulierten Dieselautos wirklich sauberer werden, mussten die VW-Ingenieure neue Programme für die Motorsteuerung schreiben. 2,6 Millionen Fahrzeuge bekommen allein in Deutschland eine neue Software. Die Umrüstung der Dieselmodelle ist bei den meisten VW-Händlern inzwischen zu einer Routineaktion geworden. „In den Werkstätten schafft ein Service-Mitarbeiter pro Tag problemlos 15 bis 20 Autos“, sagt Bort.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×