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20.02.2017

17:35 Uhr

Dieselaffäre

Audi prüft Anzeige wegen „Verrats von Betriebsgeheimnissen“

VonMarkus Fasse

In der Abgasaffäre greift der Volkswagen-Konzern nun durch: Nach dem Rausschmiss von vier Ingenieuren will Audi nun auch Strafanzeige gegen Unbekannt stellen. Zudem werden Schadenersatzansprüche geprüft.

Audi steht wie die Mutter VW wegen der Manipulation von Dieselmotoren am Pranger. dpa

Audi-Produktion in Ingolstadt

Audi steht wie die Mutter VW wegen der Manipulation von Dieselmotoren am Pranger.

MünchenDie Audi AG prüft im Zusammenhang mit der Dieselaffäre Strafanzeige gegen Unbekannt. Das teilte die VW-Tochter am Nachmittag auf Anfrage des Handelsblatts mit. Die Anzeige soll vor dem Amtsgericht Ingolstadt eingereicht werden. Zudem prüft das Unternehmen Schadensersatzansprüche. Es gehe um den „Verrat von Betriebsgeheimnissen“ und um „falsche Verdächtigungen“, sagte ein Audi-Sprecher. Zudem seien „unterschiedliche Versionen“ interner Dokumente im Umlauf. Einen direkten Zusammenhang mit den Aussagen des mittlerweile entlassenen Audi-Managers Ulrich Weiß will das Unternehmen aber nicht ziehen.

Weiß' Anwälte hatten Konzernchef Rupert Stadler in einem Arbeitsgerichtsprozess vergangene Woche schwer belastet. Der ehemalige Leiter der Motorenentwicklung klagt auf Weiterbeschäftigung. Die Anwälte verweisen auf Dokumente, die belegen sollen, dass Stadler frühzeitig über den Dieselbetrug im Unternehmen Bescheid gewusst habe.

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Rupert Stadler beteuert im Abgasskandal weiter seine Unschuld. Doch die Einschläge kommen näher: Nun hat Audi vier Führungskräfte aus der Dieselentwicklung fristlos entlassen. Für den Konzernchef wird es eng.

Audi bestreitet die Vorwürfe gegen Stadler und verweist auf die internen Untersuchungen der Kanzlei Jones Day. „Die durchgeführten Untersuchungen haben sich ausführlich mit diesem Thema beschäftigt“. Audi sehe daher alle offenen Fragen ausgeräumt und kommentiere den Sachverhalt auch nicht weiter.

Audi steht wie die Mutter VW wegen der Manipulation von Dieselmotoren am Pranger. Der Skandal kostet das Unternehmen mindestens zwei Milliarden Euro an Strafen und Aufwendungen für das Umrüsten der betroffenen Autos.

Kommentare (2)

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Herr Wolfgang Wüst

21.02.2017, 08:14 Uhr

Audi verhält sich genau wie eine Behörde, wenn diskreditierende Informationen nach Außen gedrungen sind.

Ist Audi eine Behörde? - Ich denke schon.

Herr Daniel Weiss

21.02.2017, 10:29 Uhr

Audi ... tja ... da war mal etwas von Vorsprung durch Technik. Da gab es mal Autos,die echten Kultcharakter hatten. Was bleibt davon? Q und Betrug. Schade. So braucht diese Marke kein Mensch. Das jetzt auch noch der Schuldige wie gewohnt bei den anderen gesucht wird ist ein Nagel mehr im Sarg. Ehrlichkeit währt auch in den heutigen Zeiten am längsten und das werden die Jungs aus Ingolstadt irgendwann einmal bemerken.

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