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23.03.2017

16:10 Uhr

Dieselaffäre und die Folgen

Ehemaliger VW-Entwicklungsvorstand klagt Bonus ein

VonStefan Menzel, Volker Votsmeier

Heinz-Jakob Neußer soll von den VW-Abgasmanipulationen gewusst haben und wurde beurlaubt. Nun zieht der Ex-Entwicklungsvorstand gegen seinen Arbeitgeber vor Gericht. Der VW-Manager fordert seinen Bonus in Millionenhöhe.

Vor dem Arbeitsgericht Braunschweig klagt der Ex-Entwicklungsvorstand bei VW auf die Nachzahlung eines Bonus in Höhe von 1,4 Millionen Euro. dpa

Heinz-Jakob Neußer

Vor dem Arbeitsgericht Braunschweig klagt der Ex-Entwicklungsvorstand bei VW auf die Nachzahlung eines Bonus in Höhe von 1,4 Millionen Euro.

BraunschweigHeinz-Jakob Neußer pocht auf sein Recht. Im September 2015 ist der frühere Entwicklungsvorstand der Marke VW vom Volkswagen-Konzern wegen einer möglichen Verwicklung in die Dieselaffäre beurlaubt worden. Trotzdem will Neußer Geld sehen: Vor dem Arbeitsgericht Braunschweig klagt er auf die Nachzahlung eines Bonus in Höhe von 1,4 Millionen Euro. Die Forderung Neußers ist aus Volkswagen-Sicht unberechtigt, sagte am Nachmittag ein Konzernsprecher.

Eine Güteverhandlung am Arbeitsgericht Braunschweig brachte am Donnerstag kein Ergebnis. Der Ex-Manager war selbst nicht zu dem Gerichtstermin erschienen. Die Anwälte beider Seiten wollten sich nach der Verhandlung nicht äußern. Zum Inhalt der Klage müssen sie jetzt schriftliche Erklärungen abgeben.

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Für den 27. Juni ist der nächste Gerichtstermin geplant, bei dem eine Entscheidung fallen könnte. Richter Lutz Bertram ordnete dafür das persönliche Erscheinen Neußers und eines Vertreters des Unternehmens an.

Neußer ist der wichtigste und ranghöchste Manager aus dem Volkswagen-Konzern, dem eine Beteiligung an der Dieselaffäre zur Last gelegt wird. Er gehört zu einer Gruppe von sieben VW-Beschäftigten, die von den US-Justizbehörden namentlich benannt worden sind und strafrechtlich zu den Beschuldigten gezählt werden.

Heinz-Jakob Neußer droht jederzeit die Verhaftung durch die US-Behörden, deshalb dürfte er nicht mehr in die USA reisen. Der VW-Manager Oliver Schmidt war im Januar bei einem USA-Besuch in Florida verhaftet worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft wegen seiner angeblichen Beteiligung am Dieselskandal. Außerhalb Deutschlands müssen die Beschuldigten die Auslieferung an die USA befürchten, deshalb dürften sie Deutschland nicht mehr verlassen.

Neußer soll nach Angaben der US-Behörden schon sehr früh in die Affäre verwickelt gewesen sein. Er habe die Manipulationen an den Dieselmotoren vorangetrieben und später deren Aufdeckung durch die US-Justiz und Umweltbehörden blockiert. Der frühere VW-Markenvorstand wird auch im sogenannten „Statement of Facts“ mit den US-Justizbehörden genannt, in dem der VW-Konzern seine Schuld eingestanden hatte.

Auch in Deutschland wird inzwischen gegen Neußer ermittelt. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig untersucht, ob der VW-Manager wegen Betrugs angeklagt werden kann. 

Kommentare (2)

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Herr Peter Insam

23.03.2017, 12:06 Uhr

Unglaublich: Da droht einerseits Verhaftung, andererseits wird ganz dreist Geld nachgefordert...und der dumme Verbraucher in Deutschland geht leer aus. Gibt es heutzutage eingentlich noch so etwas wie Unrechtsbewusstsein oder sind wir zwischenzeitlich zum Land der Egoisten geworden?

Herr Gerd Hohn

23.03.2017, 12:38 Uhr

Herr Dr. Neußer hat zwar Maschinenbau studiert.

Leider scheint es aber so zu sein, dass er das Fach Ethik geschwänzt hat.

Das hätte er auch nicht belegen müssen, wenn ihm in der Kinderstube moralische Grundsätze vermittelt worden wären.

Von Bußfertigkeit oder Schuldbewusstsein ist Herr Dr. Neußer meilenweit entfernt; jetzt sehen wir die ungeschminkte, hässliche Fratze des Herrn Dr. Neußer.

Da befindet er sich mit etlichen sog. "Spitzen"Managern in guter Gesellschaft.

Gier frisst Anstand, und manchmal auch das Gehirn.

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