Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.05.2017

01:37 Uhr

Dieselaffäre

US-Justiz hat Fiat Chrysler am Wickel

Informierten Kreisen zufolge muss sich der italienisch-amerikanische Autobauer Fiat Chrysler warm anziehen. Das US-Justizministerium bereitet offenbar im Streit um Diesel-Abgasmanipulation eine Klage vor.

Firmensitz von Fiat Chrysler in Michigan: Die Dieselaffäre beschäftigt das Unternehmen nicht nur in Europa. AP

Fiat Chrysler Automobiles

Firmensitz von Fiat Chrysler in Michigan: Die Dieselaffäre beschäftigt das Unternehmen nicht nur in Europa.

WashingtonDas US-Justizministerium bereitet nach Berichten aus informierten Kreisen nun auch gegen den italienisch-amerikanischen Autobauer Fiat Chrysler eine Klage in der Dieselaffäre vor. Sollten in Gesprächen die Streitpunkte rund um mutmaßliche Verstöße gegen Abgasgesetze nicht ausgeräumt werden können, könnte noch diese Woche eine Klage eingereicht werden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwochabend unter Berufung auf zwei eingeweihte Personen.

Verhandlungen liefen noch und die Parteien könnten auch noch zu einer Vereinbarung kommen, die einen langwierigen Rechtsstreit verhindere, hieß es weiter. Die Fiat- Chrysler-Aktie rutschte im nachbörslichen Handel um 7,5 Prozent ab.

Abgasaffäre: EU-Kommission leitet Verfahren gegen Fiat und Italien ein

Abgasaffäre

EU-Kommission leitet Verfahren gegen Fiat und Italien ein

Die EU-Kommission wird nach Informationen des Handelsblatts am Mittwoch ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die italienische Regierung einleiten. Es geht um den Einsatz unerlaubter Abschalteinrichtungen in Fiat-Autos.

In einer möglichen Klage würde es demnach um mutmaßlich eingesetzte Abschalteinrichtungen gehen. Der deutsche Autobauer Volkswagen hatte den Einsatz solcher Einrichtungen im Herbst 2015 zugegeben, die ausgehandelten Vergleiche in den USA kommen den Konzern bisher mit rund 22,6 Milliarden Euro teuer zu stehen. Abschalteinrichtungen schalten Abgasreinigungssysteme ab, wenn die Autos nicht auf dem Prüfstand stehen - die Fahrzeuge stoßen dann im normalen Fahrbetrieb deutlich mehr Schadstoffe aus als angegeben.

Ein Bundesrichter in Kalifornien hat für den 24. Mai eine Anhörung angesetzt, nachdem von Autobesitzern eine Reihe von Klagen gegen Fiat Chrysler eingereicht wurden. Es wird erwartet, dass das Justizministerium bis dann ebenfalls vor Gericht ziehen wird, wenn eine Einigung ausbleiben sollte. Das Unternehmen erklärte, ein Rechtsstreit wäre kontraproduktiv für die aktuellen Gespräche mit EPA und der kalifornischen Umweltbehörde Carb. Fiat Chrysler werde sich gegebenenfalls vor Gericht entschlossen zur Wehr setzen gegen die Vorwürfe.

Auch in Europa haben die Behörden den Konzern ins Visier genommen. Die Wettbewerbshüter der EU-Kommission gehen in dem Fall nun gegen Italien vor. Ihrer Ansicht nach hat das Land gegen EU-Recht verstoßen, indem es die Abschalteinrichtungen in der Abgasreinigung bestimmter Fiat-Modelle zuließ.

Im Januar hatte die US-Umweltbehörde EPA bekanntgegeben, dass sie nach dem Skandal bei Volkswagen auch Fiat Chrysler wegen manipulierten Abgaswerten im Verdacht hat. Es geht um die Angaben zum Ausstoß des Schadstoffs Stickoxid bei rund 100.000 Dieselwagen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×