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22.04.2016

15:21 Uhr

Dieselgate und die Folgen

Hunderttausende Autos müssen in die Werkstatt

Die von Verkehrsminister Dobrindt angeordneten Abgas-Nachmessungen zwingen deutsche Autobauer zum Rückruf von rund 630.000 Fahrzeugen. Viele der Diesel-Autos kommen von Mercedes und Opel.

Der Verkehrsminister stellte am Freitag den Bericht des Kraftfahrt-Bundesamtes vor. Reuters

Alexander Dobrindt

Der Verkehrsminister stellte am Freitag den Bericht des Kraftfahrt-Bundesamtes vor.

BerlinDie Autohersteller Audi, Porsche, Mercedes, Volkswagen und Opel werden nach den Worten von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) freiwillig insgesamt 630.000 Fahrzeuge zurückrufen.

Einige ausländische Hersteller, wie etwa Renault, hätten zum Teil ähnlich gelagerte Zusagen gegeben, sagte der Minister am Freitag in Berlin. Grund sei eine erforderliche Änderung der Abschaltvorrichtungen für die Abgasreinigung bei bestimmten Temperaturen. Bei Tests des Kraftfahrtbundesamtes seien keine Fahrzeuge mit illegaler Software entdeckt worden, wie sie bei VW verwandt worden war.

Die verwendeten Abschaltvorrichtungen seien nach EU-Vorgaben möglich, ergänzte der Minister. Es gebe aber Zweifel in der Untersuchungskommission, ob diese Vorrichtungen zum Schutz von Bauteilen tatsächlich notwendig seien.

Welche Fahrzeuge zurück in die Werkstatt müssen

Mercedes

A- und B-Klasse- 211.000 Fahrzeuge

V-Klasse - 36.000 Fahrzeuge

Porsche

Macan - 32.000 Fahrzeuge

VW

Amarok - 70.000 Fahrzeuge

Crafter - 124.000 Fahrzeuge

Audi

Q5 - 22.000 Fahrzeuge

A6 - 29.000 Fahrzeuge

A8 - 15.000 Fahrzeuge

Opel

Zafira - 58.000 Fahrzeuge

Insignia - 31.000 Fahrzeuge

Cascada - 1.000 Fahrzeuge

Betroffen sind nach Informationen des Handelsblatts 247.000 Autos von Mercedes-Benz, darunter die A-Klasse, B-Klasse und die V-Klasse. Zurückgerufen werden zudem 32.000 Porsche Macans, 194.000 Volkswagen der Modelle Amarok und Crafter, 66.000 Audi-Fahrzeuge (Q5, A6, A8) und 90.000 Opel (Zafira, Insignia, Cascada).

Dobrindt hatte die Tests angeordnet, nachdem der Abgas-Skandal bei VW bekannt geworden war. Bereits bekannt war, dass es bei zahlreichen Autos deutlich erhöhte Abgaswerte gegeben hat. Die Ergebnisse der Untersuchungen, die vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) überwacht wurden, blieben aber lange Zeit geheim. Die Fahrzeuge seien sowohl auf dem Rollenprüfstand – also quasi unter Laborbedingungen – getestet worden als auch unter realen Bedingungen auf der Straße.

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Daimler sieht im Zusammenhang mit dem massenhaften Rückruf keinen Rechtsverstoß. „Unsere Fahrzeuge sind nach den geltenden Rechtsvorschriften zertifiziert und zugelassen worden“, erklärte Daimler am Freitag. Das Emissionsverhalten von 247.000 Fahrzeugen in Europa werde freiwillig verbessert. Der betreffende Motor von fünf verschiedenen Mercedes-Modellen werde einem Software-Update unterzogen. Damit werde eine deutliche Verbesserung der Emissionen erreicht.

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Bei den Prüfungen des Untersuchungskommission des Verkehrsministeriums habe sich noch ein weiterer „Untersuchungsgegenstand“ ergeben: die zeitweise Abschaltung der Abgasnachbehandlung, wie es hieß. „Fiat ist Gegenstand der Prüfung.“ Das Unternehmen sei informiert worden.

Kommentare (4)

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Herr Josef Schmidt

22.04.2016, 13:27 Uhr

Herrlich, diese luftverpestende Schrottkisten sind nun unverkäuflich.

Die Abschaltvorrichtung bei bestimmten Temperaturen war zum zum Schutz des Motors vorgesehen und jetzt plötzlich muss der Motor nicht mehr geschützt werden.

Stand der Technik oder Vorsprung durch Technik. Kann man sich aussuchen.

Novi Prinz

22.04.2016, 13:53 Uhr

Na, das ist doch ein Konjunkturprogramm für die Marken Werkstätten !

Ismail

22.04.2016, 14:05 Uhr

Schon seltsam diese extremen Kursschwankungen. Trotz Dividendenabschlag sagenhafte Kursentwicklung der Daimler-Aktie von 59 auf 66 € innerhalb einer Woche, um kurz daraufhin auf 62 € abzustürzen

Wird man als Privatanleger dauernd abgezockt von Spekulanten !?

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