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13.06.2017

15:34 Uhr

Dieselskandal

Anwälte erhöhen den Druck auf VW

Zahlreiche europäische VW-Fahrer wollen nach dem Dieselskandal eine Entschädigung von Volkswagen. Anwälte wollen nun im Namen von 180.000 Autobesitzern in den Niederlanden Klage einreichen.

Der Wolfsburger Autobauer manipulierte die Abgaswerte seiner Dieselautos. Reuters

Volkswagen

Der Wolfsburger Autobauer manipulierte die Abgaswerte seiner Dieselautos.

Amsterdam/HamburgIm Streit um Schadensersatz für Besitzer von Dieselautos mit manipulierten Abgaswerten erhöhen Rechtsanwälte europaweit den Druck auf Volkswagen. Die niederländische Organisation „Stichting Volkswagen Car Claim“ kündigte am Dienstag an, repräsentativ für rund 180.000 betroffene Autobesitzer in den Niederlanden ein Gerichtsverfahren einzuleiten.

Seit der Gründung kurz nach Bekanntwerden des Dieselskandals vor bald zwei Jahren habe man vergeblich versucht, eine außergerichtliche Einigung mit Volkswagen zu erreichen, erklärte Vorstandsmitglied Guido van Woerkom. Die Stiftung sehe keine andere Lösung, als alle betroffenen Autobesitzer zu mobilisieren, um Volkswagen, den Zulieferer Bosch und Autohändler zu einer angemessen Entschädigung zu zwingen.

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Zugleich will die Klagevereinigung europaweit ihre Zusammenarbeit mit Verbraucherschutzinitiativen forcieren. Bisher kooperiert „Stichting“ mit Rechtsanwälten in Österreich, Deutschland, der Schweiz sowie in Großbritannien. In Deutschland haben sich nach Angaben der Kanzlei Baum, Reiter & Collegen 20.000 Geschädigte bei Stichting registrieren lassen. Nachdem die Bemühungen um einen außergerichtlichen Vergleich gescheitert seien, seien mehrere hundert davon zu einer Klage bereit.

In den Niederlanden gibt es die Möglichkeit einer Feststellungsklage, bei der ein Sachverhalt für einen Musterkläger stellvertretend für mehrere Betroffene entschieden wird. Hinter Stichting steht die New Yorker Großkanzlei Labaton Sucharow, die das Projekt finanziert und im Erfolgsfall 18 Prozent der Streitsumme kassiert.

Ein ähnliches Modell wie „Stichting“ verfolgt die Verbraucherplattform „MyRight“, bei der sich mehr als 100.000 Betroffene registriert haben. Davon haben etwa 26.000 VW-Kunden ihre Ansprüche abgetreten. „MyRight“ streicht im Erfolgsfall 35 Prozent Provision ein. Das auf Verbraucherschutzklagen spezialisierte Unternehmen versucht, mit den wenigen Möglichkeiten, die das deutsche Recht bietet, Klagen zu bündeln und hat bei mehreren deutschen Gerichten eine Art Musterklagen gegen Volkswagen eingereicht, um Rechtsfragen zu klären.

Ein Großteil der Klagen soll später beim Landgericht Braunschweig landen. Die Anwälte um die US-Kanzlei Hausfeld argumentieren, dass die Betriebserlaubnis für VW-Dieselautos durch den Einbau einer Abschalteinrichtung erloschen ist, durch die die Wagen die Abgasgrenzwerte nur auf dem Prüfstand einhalten. Die Kläger fordern die Rücknahme ihrer Fahrzeuge und wollen den vollen Kaufpreis erstattet haben.

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