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11.08.2016

11:48 Uhr

Dieselskandal

VW-Manager wird in Südkorea vernommen

Die südkoreanischen Behörden nehmen Volkswagen im Diesel-Skandal in die Zange. Landeschef Johannes Thammer entschuldigte sich bei zu beginn einer Vernehmung in Seoul für die Manipulationen.

Der Geschäftsführer von Audi Volkswagen Korea entschuldigte sich für die Abgas-Manipulationen. dpa

Johannes Thammer

Der Geschäftsführer von Audi Volkswagen Korea entschuldigte sich für die Abgas-Manipulationen.

SeoulBei den Ermittlungen zum Abgas-Skandal von Volkswagen in Südkorea hat sich der Geschäftsführer der Niederlassung des Autobauers in dem Land vor dem Beginn einer Vernehmung entschuldigt. „Zuerst möchte ich mich für die Situation entschuldigen“, sagte Johannes Thammer am Donnerstag laut der Nachrichtenagentur Yonhap bei der Ankunft bei der Bezirksstaatsanwaltschaft in der Hauptstadt Seoul. Er werde mit den Behörden zusammenarbeiten.

Der Chef von Audi Volkswagen Korea sollte demnach zu den Vorwürfen Stellung beziehen, dass das Unternehmen Unterlagen über Abgaswerte und Lärmtests geschönt habe, um die Zulassung für Importautos zu erhalten. In der vergangenen Woche hatte Südkorea deswegen den Verkauf von Modellen des deutschen Konzerns gestoppt. Die Behörden hatten ihre Ermittlungen in der Abgas-Affäre erheblich ausgeweitet.

Motoren, Modelle und Marken im VW-Abgas-Skandal

Motoren

Laut VW ist der Dieselmotor mit der Bezeichnung EA 189 Kern des Problems. Er wurde bei etlichen Marken eingesetzt, erfüllt die EU-Abgasnorm Euro 5 und wird mit 1,2, 1,6 und 2,0 Litern Hubraum angeboten. Betroffen vom Stickoxid-Skandal sind die Baujahre 2009 bis 2014.

Der Rückruf läuft

Schon ab dem 29. Februar sollte eigentlich der Rückruf der großen 2,0-Liter-Antriebe mit Varianten des Passat und Audi A4 anlaufen, zuvor hatte die Aktion für den Pick-up Amarok begonnen. Für den A4 mit Schaltgetriebe gab es – ebenso wie für den A5 und Q5 sowie den Seat Exeo mit gleichem Motor – bereits die Genehmigung des Kraftfahrt-Bundesamts. Für Passat, CC und Eos liegt sie nun auch vor.

So geht es weiter

Zum kleinen 1,2-Liter-Motor hatte VW in einem Kundenbrief zunächst einen Beginn der Werkstatt-Aktionen ab dem 30. Mai angekündigt. Dieser Teil werde aber erst „verzögert anlaufen“, hieß es jetzt. Die mittelgroßen 1,6-Liter-Aggregate sollten laut bisheriger Planung ab dem 5. September zurück, dabei soll neben einem Software-Update ein Bauteil eingesetzt werden. In den USA sind auch 3,0-Liter-TDI-Autos unterwegs, die ein nach US-Recht verbotenes Programm enthalten.

Betroffene VW-Pkw

Bei der Kernmarke VW-Pkw sind unter anderem der Golf der sechsten Generation, der Passat der siebten Generation und der Tiguan der ersten Generation betroffen.

Betroffene Audi-Modelle

Die Software steckt auch in Modellen der Reihen A1, A3, A4 und A6 sowie Q3 und Q5 der Oberklasse-Tochter Audi.

Sonstige Modelle

Dieselmotoren, die bei Skoda und Seat verwendet wurden, fallen ebenfalls unter den Abgas-Skandal. Bei den leichten VW-Nutzfahrzeugen sind ältere Ausgaben des Caddy und Amarok betroffen. Die in den USA unzulässige Software der 3-Liter-Diesel findet sich im VW Touareg und Porsche Cayenne sowie in den Audi-Modellen Q5, Q7, A6, A7 und A8.

Marken

VW-Chef Matthias Müller gab im vergangenen Oktober an, dass weltweit rund 5 Millionen Autos der Hauptmarke VW-Pkw von der Affäre betroffen sind. Hinzu kommen etwa 2,1 Millionen Audis, 1,2 Millionen Skodas, 700.000 Seats sowie 1,8 Millionen leichte Nutzfahrzeuge.

Bereits im vergangenen November hatte das Umweltministerium nach Abgastests bei mehreren Modellen der Marken VW und Audi eine Rückrufaktion angeordnet. Dem Unternehmen wird allerdings vorgeworfen, bislang nur mangelhafte Rückrufpläne für mehr als 125.000 Diesel-Fahrzeuge in Südkorea eingereicht zu haben. VW hatte bei mehr als elf Millionen Fahrzeugen weltweit Abgastests manipuliert.

Von

dpa

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