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10.06.2014

16:31 Uhr

Digitale Etiketten

Heidelberger Druck setzt auf neues Geschäftsfeld

Mit digitaler Produktion lassen sich auch kleine Auflagen wirtschaftlich herstellen, das entspricht der Marktlage im Druckereigeschäft. Heidelberger Druck passt sich an und positioniert sich neu, nicht nur mit Zukäufen.

Bisher ist vor allem Bogendruck ihr Metier, doch Heidelberger Druck will auch stärker in die digitale Produktion einsteigen: Dafür dürfte die jüngste Akquise hilfreich sein. ap

Bisher ist vor allem Bogendruck ihr Metier, doch Heidelberger Druck will auch stärker in die digitale Produktion einsteigen: Dafür dürfte die jüngste Akquise hilfreich sein.

FrankfurtDer Druckmaschinen-Hersteller Heidelberger Druck baut sein Geschäft im digitalen Etikettendruck aus und erhält gleichzeitig einen neuen Ankerinvestor. Heideldruck übernehme vom Schweizer Unternehmer Ferdinand Rüesch die restlichen 70 Prozent der auf Etiketten-Druckmaschinen spezialisierten Schweizer Gallus Holding AG, teilte der Weltmarktführer für Bogendruckmaschinen am Dienstag mit. Dafür erhalte Rüesch im Zuge einer Kapitalerhöhung bis zu 23 Millionen neue Heideldruck-Aktien - was einem Anteil von rund neun Prozent an dem Konzern entspricht - sowie einen einstelligen Millionen-Euro-Betrag in bar. „Wir begrüßen es sehr, dass wir mit Ferdinand Rüesch einen Ankeraktionär mit langer Branchenerfahrung gewonnen haben“, erklärte HeidelDruck-Vorstandschef Gerold Linzbach.

Der Wert der neuen Aktien werde mit mindestens 2,70 Euro je Stück berechnet, was ein Gesamtvolumen von gut 62 Millionen Euro zuzüglich der Barkomponente ergibt. Am Dienstag gaben die im SDax gelisteten Heideldruck-Aktien um ein Prozent auf 2,57 Euro nach. Die Kapitalerhöhung soll nach der Zustimmung der Kartellbehörden noch im Juli abgeschlossen werden.

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Heidelberger Druck hat seinen Verlust minimiert und schreibt erstmals seit fünf Jahren wieder schwarze Zahlen. Der Gewinn fällt zwar gering aus, übersteigt aber die Erwartungen von Experten.

Rüesch, der das 1923 gegründete Familienunternehmen in dritter Generation besitzt und Vize-Präsident im Verwaltungsrat ist, kann die Heideldruck-Aktien erst ab August 2015 verkaufen. Der Heidelberger Konzern und die Firma aus St. Gallen arbeiten schon seit vielen Jahren zusammen - 1999 stieg Heideldruck mit 30 Prozent bei der Gallus Holding ein. Mit rund 500 Mitarbeitern setzte die Firma im vergangenen Jahr 188 Millionen Franken (154 Millionen Euro) um. „Durch die vollständige Akquisition von Gallus wird die Zusammenarbeit beider Unternehmen verstärkt“, sagte Linzbach. „Gemeinsam werden wir die Entwicklung im Wachstumsbereich der digitalen Etikettenproduktion zügig vorantreiben.“ Noch im Herbst solle ein neues digitales Drucksystem für Etiketten vorgestellt werden.

Heideldruck stellt vor allem Bogenoffset-Druckmaschinen her, mit denen Werbematerialien wie Kataloge oder Plakate in großen Mengen gedruckt werden können. Der Digitaldruck ermöglicht dagegen auch die Produktion von kleineren Auflagen. Der Konzern, der wegen des Druckerei-Sterbens in die roten Zahlen gerutscht war, sieht hierin einen Wachstumsmarkt und hat Investitionen und Zukäufe in dem Geschäftsfeld angekündigt. Heideldruck arbeitet hier auch mit der japanischen Fujifilm und dem Druckerproduzenten Ricoh zusammen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013/14 hatte der Konzern mit vier Millionen Euro erstmals seit fünf Jahren nach Steuern wieder schwarze Zahlen geschrieben.

Von

rtr

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