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06.01.2011

07:22 Uhr

Dioxin-Skandal

Futterfett-Lieferant Harles & Jentzsch vor Insolvenz

Jetzt geht es um die Existenz des Futterfett-Lieferanten Harles & Jentzsch aus Schleswig-Holstein, der den jüngsten Dioxin-Skandal verursacht hat: Der Deutsche Bauernverband fordert Entschädigungen. Dem Unternehmen droht die Insolvenz.

Silo von Harles & Jentzsch: Der Dioxin-Skandal bedroht die Existenz des Unternehmens. Quelle: dpa

Silo von Harles & Jentzsch: Der Dioxin-Skandal bedroht die Existenz des Unternehmens.

HB BERLIN. „Wer den Schaden verursacht hat, muss ihn auch bezahlen“, sagte Generalsekretär Helmut Born dem Berliner „Tagesspiegel“. „Wir werden gegenüber den Futtermittelbetrieben ganz sicher vorstellig werden“, kündigte er an. Nach seiner Einschätzung kann die Sperrung eines Hofs dessen Besitzer „sehr schnell 10 000 oder 20 000 Euro Umsatz“ kosten.

Unterdessen will die in den Dioxin-Skandal verwickelte Futtermittelfirma Harles und Jentzsch im schleswig-holsteinischen Uetersen am Donnerstag über eine drohende Insolvenz entscheiden. „Wir sind ziemlich deprimiert und können die Firma eigentlich dicht machen“, sagte der Vertriebschef Klaus Voss dem „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Die Verunreinigung von Futterfett mit Dioxin sei ein Einzelfall gewesen und von der Firma selbst gemeldet worden. Bei Razzien im Firmensitz in Uetersen und einem Tochterunternehmen im niedersächsischen Bösel hatten die Behörden am Mittwoch zahlreiche Unterlagen beschlagnahmt.

In dem Betrieb in Bösel hat es nach Darstellung des Präsidenten des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Eberhard Haunhorst, eine „eher kriminelle Machenschaft“ gegeben. Der Mischbetrieb, der die dioxin-verseuchten Fette beigemischt und an weiterverarbeitende Betriebe geliefert haben soll, sei illegal betrieben und deshalb nicht kontrolliert worden, sagte Haunhorst am Mittwoch dem NDR Studio Oldenburg. In diesem Fall handele es sich eindeutig um ein kriminelles Vorgehen.

Unterdessen sind nach Erkenntnissen der EU-Kommission möglicherweise 136 000 dioxinverseuchte Eier aus Deutschland in der niederländischen Nahrungsmittelindustrie verarbeitet worden. Sie seien nicht in den Handel gelangt, sagte der Sprecher von EU- Verbraucherkommissar John Dalli am späten Mittwochabend in Brüssel. Bisher sei nicht klar, in welchen Produkten die Eier verarbeitet wurden und ob sie tatsächlich mit Dioxin belastet waren. Die fragliche Charge Eier stammte von einer Firma aus Sachsen- Anhalt und wurde Anfang Dezember an ein Unternehmen im niederländischen Barneveld geliefert.

Kommentare (8)

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So einfach hat es die kriminelle Energie in Deutschland......

06.01.2011, 09:56 Uhr

Man bescheisst bis man ertappt wird, dann überschreibt man schnell alles seiner Frau oder sonstwem oder geht gepflegt in die insolvenz!
Hier könnte man wirklich ansetzen und die kriminelle
Energie als Studium oder Lehrberuf anbieten, das Talent scheint vorhanden und der Erfolg rechtfertigt eine Überlegung für diesen bereich.
Selbst bei den bankern, letztes beispiel bayern Lb
scheint dies ein legitmimes Mittel zu sein.
Hier könnte auch der Staat mitverdienen, indem Kriminalität einfach zulässt und duldet und einfach eine freiwillige Abgabe von allen Verbrechern einfordert. in den Niederlanden waren Coffeeshops auch jahrzehnte lang geduldet, oder Prostitution nicht steuerlich erfasst. beseitigen kann man dass Problem Kriminalität sowieso nicht, also warum nicht dulden und die Staatskassen füllen!

Wär das nix?

MS

06.01.2011, 10:47 Uhr

Dann bleibt nur zu hoffen, dass ein Versicherungsschutz besteht und die Versicherungsprämien pünktlich bezahlt worden sind. Vermutlich haben die Verantwortlichen ihr Vermögen in Sicherheit und der Steuerzahler muss den existenzgefährdeten Landwirten zur Hilfe eilen!

Siegfried ebert

06.01.2011, 11:42 Uhr

Wie bei den Gammelfleisch-Skandalen werden wieder einmal die falschen Fragen gestellt und die wirklichen Probleme aus Kostengründen übergangen.
Wie kommt Dioxin in „technische Fette“? Wer stellt diese her?
Wenn das nicht vermeidbar ist, warum müssen Dioxin belastete Reststoffe aus egal welchen industrieprozessen nicht kontrolliert entsorgt werden?
Warum gelangt Sondermüll in den Handel?

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