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22.01.2015

08:50 Uhr

DMG Mori Seiki

Japaner sollen Gildemeister aus der Krise holen

Seit 2009 arbeitet der Werkzeugmaschinenbauer Gildemeister mit der japanischen DMG Mori Seiki zusammen, benannte sich sogar um. Nun wollen die Japaner übernehmen – die deutschen Manager erhoffen sich davon Krisenhilfe.

Im Werk der ehemaligen Gildemeister in Bielefeld: Der japanische Konzern DMG Mori Seiki übernimmt hier die Mehrheit. dpa

Im Werk der ehemaligen Gildemeister in Bielefeld: Der japanische Konzern DMG Mori Seiki übernimmt hier die Mehrheit.

Bielefeld/BerlinDer vor der Übernahme stehende Werkzeugmaschinenbauer DMG Mori Seiki stellt sich nach Rekordwerten im vergangenen Jahr auf schwierigere Zeiten ein. „Das Jahr 2015 wird herausfordernd und deutlich volatiler“, sagte Konzernchef Rüdiger Kapitza am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Der Währungsverfall in Russland, der starke Schweizer Franken und die Euro-Schwäche würden die ehemals unter Gildemeister firmierende Gesellschaft sicher belasten. „Neue Rekordwerte im Konzern sind 2015 eher unwahrscheinlich“, sagte Kapitza.

Von der am Mittwochabend angekündigten Übernahme durch den gleichnamigen japanischen Partner erhofft sich Kapitza Wachstumspotenzial. „Mit zusammen 11.600 Mitarbeitern und rund 3,5 Milliarden Euro Umsatz werden wir Weltmarktführer.“

Die japanische DMG hatte am Vorabend angekündigt, den deutschen Partner zu übernehmen. Mit einem Angebot je Aktie von 27,50 Euro wird der Bielefelder Konzern mit 2,2 Milliarden Euro bewertet. „Das ist ein sehr gutes Angebot, dem der Aufsichtsrat bereits einstimmig zugestimmt hat“, betonte Kapitza. Er erwarte, dass die Anteilseigner das gleichfalls so sehen. „Es werden sicher deutlich über 50 Prozent, ich glaube sogar über 75 Prozent das Angebot annehmen.“ Anleger spekulieren allerdings auf eine höhere Offerte. Im Frankfurter Frühhandel legte die DMG-Aktie um 9,9 Prozent auf 27,80 Euro zu. Bis Ostern soll der Zusammenschluss über die Bühne gehen. Der Tochtergesellschaft der japanischen DMG Mori Seiki zufolge liegt der Übernahmepreis knapp 29 Prozent höher als der Durchschnittskurs der Anteilscheine in den letzten drei Monaten.

Die größten Maschinenbauer Deutschlands

Platz 10 – Rolls-Royce Power Systems

Umsatz 2012: 3,02 Milliarden Euro

Die deutsche Firma mit Hauptsitz in Friedrichshafen hieß bis Januar 2014 noch Tognum. Sie bietet Dieselmotoren und Antriebssysteme an und ist seit 2007 an der Börse notiert.

Platz 9 – SMS Group

Umsatz 2012: 3,24 Milliarden Euro

Die SMS Group ist der Dachgesellschaft SMS Holding GmbH untergeordnet und verarbeitet Stahl und Nichteisenmetalle. Alleinaktionär ist die Familie um den deutschen Unternehmer Heinrich Weiss.

Platz 8 – MAN

Umsatz 2012: 4,26 Milliarden Euro (MAN Power Engineering)

Die „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ wurde bereits 1758 gegründet und war zunächst für Eisenverarbeitung zuständig. Seit 2011 hält Volkswagen die Mehrheit am Konzern.

Platz 7 – Knorr-Bremse

Umsatz 2012: 4,3 Milliarden Euro

Das größte Unternehmen für Bremssysteme von Schienen- und Nutzfahrzeugen wurde 1905 gegründet und ist nicht an der Börse notiert. Der Hauptsitz liegt in München.

Platz 6 – Kion

Umsatz 2012: 4,73 Milliarden Euro

Die Wiesbadener Kion Group wurde 2006 gegründet, baut Gabelstapler und Lagertechnikgeräte. Sie ging aus der Linde AG hervor und ist seit 2013 an der Börse.

Platz 5 – Thyssen-Krupp

Umsatz 2012: 5,64 Milliarden Euro (Thyssen-Krupp Industrial Solutions)

Deutschlands größter Stahlkonzern sitzt in Essen und entstand 1999 in Folge der Fusion von Hoesch-Krupp und Thyssen. Die historischen Wurzeln reichen in die Phase der industriellen Revolution in Deutschland zurück.

Platz 4 – Gea

Umsatz 2012: 5,72 Milliarden Euro

Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf und ist auf die Herstellung von Prozesstechnik und Komponenten im Maschinenbau spezialisiert. Es wurde 1881 gegründet.

Platz 3 – Voith

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 5,73 Milliarden Euro

Die Wurzeln des Heidenheimer Maschinenbau-Unternehmens gehen bis in das Jahr 1867 zurück. Voith befindet sich im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen beliefert unter anderem Wasserwerke, Automobilhersteller und die Papierindustrie.

Platz 2 – Linde

Umsatz 2012: 15,28 Milliarden Euro

Die Linde Group sitzt in München und betreibt weltweit ihr Kerngeschäft mit Gasen und Prozess-Anlagen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist börsennotiert und im Dax gelistet.

Platz 1 – Siemens

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 18,59 Milliarden Euro (Siemens Industry)

Das Dax-Unternehmen mit Sitz in Berlin und München ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Die Firma wurde 1847 von Werner Siemens gegründet und setzt den Fokus auf Elektrotechnik.

Formal muss der Vorstand der deutschen DMG sich noch zu dem Angebot äußern. Laut Mitteilung hat dieser aber bereits zugesagt, den Übernahmeplan vorbehaltlich einer Prüfung zu unterstützen.

Vorstandschef Rüdiger Kapitza sagte der Nachrichtenagentur Reuters, es handele sich um ein „Topangebot“. Insgesamt werde das deutsche Unternehmen so mit knapp 2,2 Milliarden Euro bewertet. Vorstand und Aufsichtsrat hätten die Kooperationsvereinbarung im Grundsatz einstimmig gebilligt.

Die beiden Unternehmen waren in den vergangenen Jahren durch Überkreuzbeteiligungen zusammengerückt. Kapitza hatte im März vergangenen Jahres gesagt, er könne sich als möglichen Zeitpunkt für einen Zusammenschluss das Jahr 2020 vorstellen.

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