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16.01.2006

09:40 Uhr

Dofasco-Übernahme

Thyssen und Arcelor schaukeln sich hoch

Erst am Wochenende hatte Thyssen-Krupp sein Angebot für den größten kanadischen Stahlkonzern Dofasco angehoben. Nur Stunden später reagierte der ebenfalls interessierte Luxemburger Konkurrent Arcelor und stockte seine Offerte merklich auf – allerdings unter einer Bedingung.

Stahl - hier der Abstich am Hochofen - ist derzeit ein höchst begehrter Rohstoff. Foto: dpa

Stahl - hier der Abstich am Hochofen - ist derzeit ein höchst begehrter Rohstoff. Foto: dpa

HB PARIS/DÜSSELDORF. Arcelor stocke seine Offerte von 63 auf 71 kanadische Dollar auf, hieß es am Montag in einer Mitteilung des Konzerns. Damit bieten die Luxemburger 3 kanadische Dollar oder 4,4 Prozent mehr als der deutsche Konkurrent Thyssen-Krupp, der sein Angebot erst am Wochenende von 63 auf 68 kanadische Dollar erhöht hatte. Die Dofasco-Aktien hatten zum Schluss der vergangenen Woche mit 65,80 kanadischen Dollar notiert. Das neue Angebot werde zudem so gestaltet, dass es dem des deutschen Konkurrenten gleiche, hieß es weiter.

Das Arcelor-Angebot ist allerdings an die Bedingung verknüpft, dass Dofasco seine Unterstützung der Thyssen-Krupp-Offerte aufgibt. Thyssen-Krupp war Ende November auf Bitte des Dofasco-Vorstandes zur Abwehr einer feindlichen Übernahme durch Arcelor als so genannter Aktie „Weißer Ritter“ in den Bieterkampf eingestiegen. Der Preis hatte damals noch bei 61,50 Euro gelegen. Der Dofasco-Aufsichtsrat hatte den eigenen Aktionären einstimmig die Annahme der Thyssen-Krupp-Offerte empfohlen.

Thyssen-Krupp will das nochmals aufgestockte Angebot von Arcelor prüfen und über das weitere Vorgehen entscheiden. Das teilte der Konzern am Montag in Düsseldorf mit. Thyssen-Krupp-Chef Ekkehard Schulz hatte Ende Dezember allerdings angekündigt, dass der Konzern sich nicht in „wertvernichtende Bieterwettbewerbe“ hineinziehen lassen werde. Ein Konzernsprecher sagte am Samstag: „Theoretisch kann es noch lange weitergehen, aber es gibt zweifellos eine Grenze, bei der die Übernahme nicht länger sinnvoll wäre.

Schon der am Wochenende erhöhte Kaufpreis von umgerechnet 4,4 Mrd. Euro wäre höher als ein Jahresumsatz von Dofasco. „Mit diesem attraktiven Angebot wollen wir es den Dofaso-Aktionären noch leichter machen, uns ihre Aktien anzudienen“, hatte Schulz am Wochenende gesagt.

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