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24.01.2006

09:24 Uhr

Dofasco-Übernahmekampf

Arcelor schnappt Thyssen Wunschzukauf weg

Der luxemburgische Stahlkonzern Arcelor hat nach dem Rückzug des deutschen Konkurrenten Thyssen-Krupp zugeschlagen und Dofasco für rund 5,6 Mrd. kanadische Dollar (3,9 Mrd. Euro) übernommen. Die Kanadier hielten still, obgleich sie bis dato zu Thyssen-Krupp standen.

Nun muss sich Thyssen-Krupp nach einer Alternative in Nordamerika umsehen. Foto: dpa

Nun muss sich Thyssen-Krupp nach einer Alternative in Nordamerika umsehen. Foto: dpa

HB HAMILTON. Arcelor und Dofaso hätten eine Vereinbarung zum Kauf für 71 Dollar je Aktie in bar unterzeichnet, teilten beide Unternehmen am Dienstag mit. Zuvor hatte sich Thyssen-Krupp aus dem Bieterkampf um Dofasco zurückgezogen. Der deutsche Konzern wolle sein Angebot von 68 kanadischen Dollar je Aktie nicht nachbessern, da die Grenze der Wirtschaftlichkeit erreicht sei, hatte das Unternehmen mitgeteilt. Daraufhin hatte Dofasco erklärt, es kündige die Unterstützungs-Vereinbarung von Thyssen-Krupp auf. Damit würden die für diesen Fall vereinbarten 215 Mill. kanadischen Dollar (rund 152 Mill. Euro) Ausfallgebühren an Thyssen-Krupp fällig.

Thyssen-Krupp war Ende November auf Bitten von Dofasco zur Abwehr einer feindlichen Übernahme durch die luxemburgische Arcelor in den Bieterkampf eingestiegen. In mehreren Schritten hatten sich Thyssen-Krupp und Arcelor dann gegenseitig hochgeboten. Arcelor hatte seine Offerte an die Bedingung geknüpft, dass Dofasco eine Übernahme durch Arcelor unterstützt und die Präferenz für Thyssen-Krupp aufgibt.

Thyssen-Krupp erklärte, neben dem Dofasco-Kauf bestünden die alternativen Planungsszenarien „Neubau“ oder „Kooperationen“ bei der Stahlproduktion in Nordamerika. Nach Aufgabe der Option Dofasco werde man nun diese Alternativen verfolgen. Die globale Wachstumsstrategie des Segments Stahl werde konsequent umgesetzt. Erster Schritt sei der beschlossene Bau eines Brammenwerkes mit 4,4 Mill. Tonnen Kapazität am kostengünstigen Küstenstandort Sepetiba in Brasilien.

Bereits bei der Vorstellung der Planung zum Bau eines Brammenwerkes in Brasilien hatte Thyssen-Krupp angekündigt, einen Teil der Kapazitäten als Vormaterial für die Realisierung der Nordamerika-Strategie zu verwenden. In dem Markt will sich der deutsche Stahlkonzern verstärken. Der Dofasco-Zukauf wäre den Düsseldorfern damit sehr gelegen gekommen.

Mit Dofasco wäre Thyssen-Krupp zum sechstgrößten Stahlproduzenten der Welt aufgestiegen. Derzeit ist die Stahlsparte des Konzerns weltweit die Nummer zehn. Dofasco hatte 2004 einen Jahresumsatz von 4,2 Mrd. kanadischen Dollar erzielt und ist mit rund 11 000 Mitarbeitern der größte Stahlproduzent Kanadas.

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