Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.04.2006

18:40 Uhr

Dofasco zunächst nicht zu verkaufen

Arcelor macht Mittal immer mehr Probleme

Das Tauziehen um den Stahlkonzern Arcelor geht weiter. Branchenführer Mittal lehnt dabei eine Erhöhung seines Übernahmeangebotes ab. Die Lage von Arcelor scheint sich zu bessern. Der jüngste Gegenschlag der Luxemburger trifft Mittal ins Mark, urteilt ein Branchenexperte.

Arcelor-Chef Guy Dolle legt Mittal immer mehr Steine in den Weg. Foto: ap

Arcelor-Chef Guy Dolle legt Mittal immer mehr Steine in den Weg. Foto: ap

HB BRÜSSEL/LUXEMBURG. Im Falle einer feindlichen Übernahme soll Branchenführer Mittal innerhalb der nächsten fünf Jahre Dofasco nicht verkaufen können, erklärte Arcelors Vize-Ceo Michel Wurth am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Am Dienstag hatte Arcelor seinen Anlegern weitere Ausschüttungen in Aussicht gestellt und angekündigt, die Dofasco-Anteile in eine unabhängige Stiftung zu verlagern. Mit diesem Schachzug könnte Mittal nach einer erfolgreichen Übernahme die kanadische Beteiligung nicht wie angekündigt an den deutsche Thyssen-Krupp-Konzern verkaufen.

Die jüngsten Geschütze, die der luxemburgische Stahlkonzern Arcelor zur Abwehr der feindlichen Übernahme durch Mittal Steel aufgefahren hat, sind nach Ansicht von Stahlanalyst Michael Broeker äußerst wirksam. Die massive Erhöhung der Dividende auf 1,85 Euro pro Aktie und die geplante Sonder-Ausschüttung von fünf Mrd. Euro bedeute, dass die Aktionäre drei Euro mehr pro Aktie in der Hand hielten, wenn sie bei Arcelor blieben, sagte Broeker vom Wertpapierdienstleister Steubing am Mittwoch.

Der Weltmarktführer Mittal will Arcelor für 18,6 Mrd. Euro übernehmen, wobei nicht mehr als 25 Prozent des Gesamtpreises bar bezahlt werden sollen. Dies entspreche einem Baranteil von lediglich 7,05 Euro pro Aktie gegenüber zehn Euro im anderen Fall, sagte Broeker. Denn mit der höheren Dividende und der Extra-Ausschüttung zahle Arcelor insgesamt 6,1 Mrd. Euro an die Aktionäre, wobei es insgesamt 607 Mill. Arcelor-Aktien gebe.

Der niederländische Stahlkonzern Mittal Steel lehnt eine Erhöhung seines Übernahmeangebotes für den Luxemburger Konkurrenten ab. Nach der Ankündigung von Arcelor, die Dividende zu erhöhen, will Mittal die Barkomponente der Übernahmeofferte verringern. Entsprechend äußerte sich Roeland Baan, der Europa-Leiter des indischen Konzerns am Mittwoch. „Warum sollten wir unser Angebot erhöhen, wenn Arcelor etwas tut, was den Firmenwert schmälert?“, sagte Baan in Paris. Eine Verringerung der Barkomponente hatte Mittal bereits für den Fall angekündigt, dass Arcelor die Dividende über das am Markt erwartete Maß hinaus erhöhen sollte.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×