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29.01.2015

15:25 Uhr

Dow Chemical

Gewinn von Chemiekonzern steigt dank Pflanzenschutzsparte

Der operative Gewinn des US-Konzerns Dow Chemical ist in der Agrarchemie um 40 Prozent gestiegen. Hohe Kosten für die Schließung eines Werks belasten jedoch den Nettogewinn. Der Umsatz verharrt auf dem Vorjahresniveau.

Dow-Chemical-Chef Andrew Liveris will das Unternehmen noch mehr auf margenstarke Geschäfte ausrichten. ap

Margenstarke Geschäfte

Dow-Chemical-Chef Andrew Liveris will das Unternehmen noch mehr auf margenstarke Geschäfte ausrichten.

FrankfurtKräftige Zuwächse im Pflanzenschutzgeschäft haben den US-Konzern Dow Chemical angeschoben. Das größte amerikanische Chemieunternehmen baute im vierten Quartal seinen operativen Gewinn (Ebitda) um 15 Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar aus, wie der BASF-Rivale am Donnerstag mitteilte. Hohe Kosten für die Schließung eines US-Werks ließen allerdings den Überschuss um 24 Prozent auf 734 Millionen Dollar einbrechen. Analysten hatten mit noch weniger Gewinn gerechnet. Die Dow-Aktie gewann deswegen im vorbörslichen US-Handel rund vier Prozent.

Der Betriebsgewinn im Agrochemiegeschäft schnellte um 40 Prozent auf 222 Millionen Dollar in die Höhe. Hier wirkte sich die starke Nachfrage nach Pflanzenschutzmitteln aus. Konzernchef Andrew Liveris ist schon seit einiger Zeit dabei, das Unternehmen noch mehr auf margenstarke Geschäfte auszurichten. Dazu gehört auch der Pflanzenschutz. Im Gegenzug plant Liveris, mit dem Verkauf von Geschäftsteilen bis Mitte 2016 rund 7,5 bis acht Milliarden Dollar einzunehmen.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Das Gemeinschaftsunternehmen Dow Corning hatte im Dezember angekündigt, ein unrentables Werk zur Produktion von Silizium im US-Bundesstaat Tennessee zu schließen. Dies allein belastete die Quartalsbilanz von Dow Chemical mit rund 500 Millionen Dollar.

Der Konzernumsatz verharrte von Oktober bis Dezember auf Vorjahresniveau bei 14,38 Milliarden Dollar. Dow Chemical bekam im Auslandsgeschäft unter anderem den starken Kursanstieg des Dollar zu spüren. Volumenzuwächse wurden zudem durch gesunkene Preise in Westeuropa aufgezehrt. Wie es um die deutsche Chemiebranche bestellt ist, dürfte sich in einem Monat zeigen. Am 27. Februar will der Branchenprimus BASF sein Zahlenwerk für das Gesamtjahr 2014 und das vierte Quartal vorlegen.

Von

rtr

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