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20.02.2013

14:21 Uhr

Dreamliner

Boeing soll Batterie-Problem bald gelöst haben

Bald könnte der Dreamliner wieder starten. Boeing steht offenbar kurz vor einer Lösung des Batterieproblems bei seinem Prestigeflugzeug. Nach einer Pannenserie war den Flugzeugen die Starterlaubnis entzogen worden.

Am Boden: Ein Dreamliner der Polnischen Fluggesellschaft LOT. Reuters

Am Boden: Ein Dreamliner der Polnischen Fluggesellschaft LOT.

Neu-DelhiBoeing steht offenbar kurz vor der Lösung seiner Batterie-Probleme beim Prestigeflugzeug Dreamliner. Es sei ein Weg gefunden worden, um die Lithium-Ionen-Batterien weniger anfällig zu machen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. „Die Lücken zwischen den Zellen werden vergrößert.“ Der fehlende Platz sei wohl der Grund für die Überhitzung der Batterien gewesen. Den 50 Dreamlinern, die weltweit in Betrieb sind, war im vergangenen Monat nach einer Pannenserie einschließlich eines Feuers an Bord einer parkenden Maschine die Starterlaubnis entzogen worden. „Wir haben gute Fortschritte gemacht“, versicherte ein Boeing-Sprecher.

Professor Kiyoshi Kanamura von der Tokioter Metropolitan Universität sagte, es wäre eine logische Lösung, wenn Boeing Keramikplatten zwischen den einzelnen Zellen installieren und ein Luftloch in der Batteriebox anbringen würde.

Pannenserie des Boeing Dreamliner

Produktionsprobleme

Vor allem die anspruchsvolle Konstruktion der 787, die aus vielen Karbonteilen besteht, hatte zu langen Verzögerungen bis zur ersten Auslieferung geführt. Ein Jungfernflug war ursprünglich für August 2007 vorgesehen, er fand schließlich am 15. Dezember 2009 statt.

Ermahnungen wegen Triebwerken

Im September 2012 hatte die amerikanische Transportsicherheitsbehörde vor Problemen mit bestimmten Dreamliner-Triebwerken des Lieferanten General Electric (GE) gewarnt. Die Flugaufsichtsbehörde wurde zu Kontrollen ermahnt. Der Konzern änderte die Beschichtung von Triebwerkteilen, um dem Problem Herr zu werden.

Explosion eines Triebwerks

Noch vor der Inbetriebnahme einer neuen Boeing 787 hatte im Juli 2012 ein Triebwerk einer für Air India vorgesehenen Maschine bei einem Rolltest in den USA Probleme bereitet. Ein Bauteil brach und führte zu einer Explosion des Antriebsaggregats.

Bauchschmerzen bei Air India

In den ersten Monaten nach der Inbetriebnahme von drei Dreamlinern für Air India im Jahr 2012 gab es immer wieder Probleme – etwa mit dem Kühlungssystem der Maschinen. Indische Medien berichteten, dass eigentlich immer ein Flugzeug aus dem Trio wegen Problemen am Boden bleiben musste.

Probleme mit der Elektronik

Im Dezember 2012 war eine 787 von United Airlines zu einer Notlandung gezwungen, nachdem einer von sechs Stromgeneratoren an Bord den Dienst versagte, eine zweite Maschine hatte ähnliche Probleme.

Explodierte Batterie

Anfang Januar 2013 löste eine Explosion an Bord eines Boeing Dreamliner einen Brand an Bord einer Japan-Airlines-Maschine am Flughafen von Boston aus. Die Probleme erweisen sich als folgenschwer: Mehrere Wochen werden sämtliche 787 weltweit von den Aufsichtsbehörden am Boden gehalten.

Treibstoffleck

Ebenfalls ein Japan-Airlines-Jet war im Januar 2013 von einem Treibstoffverlust betroffen, der zu einem Abbruch eines Starts – ebenfalls in Boston – führte. Bereits im Dezember hatten alle Boeing-Flugzeuge des Typs 787 am Boden bleiben müssen. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte eine Überprüfung der Maschinen angeordnet, nachdem bei zwei der Flugzeuge Treibstoff ausgelaufen war.

Bremsprobleme

Wegen Problemen mit den Bremsen einer Maschine strich die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) einen Inlandsflug nach Tokio. Als Grund nannte eine ANA-Sprecherin eine Störung des Computers, der das Bremssystem steuert. Der Computer sollte ausgetauscht werden.

Notlandung

Nach einem im Cockpit angezeigten Batteriedefekt und einem ungewöhnlichen Geruch an Bord, macht ein ANA-Dreamliner in Japan Mitte Januar 2013 einen Notlandung. Zunächst wird die gesamte Flotte von 17 Maschinen des Typs außer Dienst genommen – der Konkurrent Japan Airlines folgt dem Beispiel.

Peilsender fängt Feuer

Im Juli 2013 fängt ein Notfall-Peilsender einer abgestellten Boeing 787 auf einem Londoner Flughafen Feuer – auch hier soll ein Akku Grund für den Brand gewesen sein.

Toilette defekt

Wegen einer Störung in der Toilettenanlage ist ein Boeing 787 Dreamliner der Japan Airlines (JAL) umgekehrt, nachdem er bereits fünf Stunden auf dem Weg von Moskau nach Tokio unterwegs war. An Bord seien 141 Passagiere gewesen, sagte ein JAL-Sprecher. Als Ursache werde ein technischer Defekt vermutet.

Auch Air India zeigte sich am Mittwoch optimistisch, die 787 Maschinen bald wieder nutzen zu können. "Sie haben gesagt, dass diese Flugzeuge ab Anfang April wieder fliegen. Sie können zwar nicht ganz sicher sein, sind aber zuversichtlich", sagte Air-India-Verwaltungsratschef Rohit Nandan. Air India hat sechs Dreamliner in seiner Flotte und 21 weitere bestellt. Seit Entzug der Starterlaubnis liefert Boeing keine Dreamliner aus. Wenn diese nach Behebung der Probleme wieder erteilt wird, muss Boeing mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Dann werde man sich Gedanken über notwendige Entschädigungen machen, kündigte Nandan an.

Die bisher größten Dreamliner-Kunden sind All Nippon Airways und Japan Airlines. Sie wissen nach eigenen Angaben nichts von dem Versuch, bis April wieder eine Starterlaubnis für die Dreamliner zu erhalten.

Von

rtr

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