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24.10.2012

19:55 Uhr

Dreamliner-Probleme

SGL muss Millionensumme abschreiben

Die SGL Group muss rund 55 Millionen Euro abschreiben. Grund sind Probleme mit dem Dreamliner von Boeing. Das Unternehmen habe Ersatzansprüche eingereicht, hieß es.

SGL erwartet, dass die Abschreibung teilweise durch höhere Produktionsvolumina von Komponenten für das Modell B 787-9 ausgeglichen werden könne. obs

SGL erwartet, dass die Abschreibung teilweise durch höhere Produktionsvolumina von Komponenten für das Modell B 787-9 ausgeglichen werden könne.

WiesbadenDer Kohlestoffspezialist SGL Group muss wegen der Probleme mit dem Boeing-Langstreckenflieger Dreamliner etwa 55 Millionen Euro abschreiben. Wie das Unternehmen am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte, kann SGL weniger Flugzeugkomponenten als geplant an Boeing liefern.

Grund dafür sei, dass weniger Modelle vom Typ B 787-8 hergestellt werden als ursprünglich veranschlagt. Davon seien langfristige Lieferverträge von SGL betroffen. Das Unternehmen habe Ersatzansprüche eingereicht, hieß es.

Die Abschreibung werde im dritten Quartal wirksam und betreffe sowohl Umsatz als auch Betriebsergebnis (Ebit). Dennoch erwarte der Konzern beim Ebit im dritten Quartal noch ein Plus im einstelligen Millionenbereich.

Anleger reagierten umgehend auf die negative Nachricht. Im Parketthandel an der Frankfurter Börse büßte die SGL-Aktie 2,9 Prozent auf 29,65 Euro ein.
Boeing hatte wiederholt Probleme mit dem Dreamliner. Immer neue Pannen führten dazu, dass die erste Maschine des Typs mit mehr als drei Jahren Verspätung ausgeliefert wurde. Im August stornierte die australische Fluggesellschaft Qantas die Bestellung von 35 Maschinen. Zuvor waren auch andere Fluggesellschaften abgesprungen oder hatten ihre Order reduziert.

SGL erwartet laut Mitteilung, dass die Abschreibung teilweise durch höhere Produktionsvolumina von Komponenten für das Modell B 787-9 ausgeglichen werden könne. Dies werde sich aber erst in Zukunft auswirken.

Rückschläge mit Karbonfasern hatte SGL schon im zweiten Quartal zu spüren bekommen. Neben dem schwächelnden Geschäft mit dem zukunftsträchtigen Werkstoff drückte auch eine höhere Steuerlast den Konzern-Gewinn von 20,1 Millionen im Vorjahreszeitraum auf 9,6 Millionen Euro.

Von

dpa

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