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12.02.2016

00:29 Uhr

Dreamliner und Jumbo

Hat Boeing an den Zahlen geschraubt?

VonThomas Jahn

Auf eine unbestätigte Meldung hin fällt die Boeing-Aktie um fast sieben Prozent: Ein interner Informant gab der US-Börsenaufsicht Hinweise, dass Boeing seine beiden Vorzeige-Jets 787 und 747-8 schöngerechnet haben soll.

Ein 787 Dreamliner in der Produktion bei Boeing in South Carolina (Archivfoto). Technische Probleme verzögerten die Markteinführung des Modells und trieben die Kosten in die Höhe. Reuters

Boeing-Werkhalle

Ein 787 Dreamliner in der Produktion bei Boeing in South Carolina (Archivfoto). Technische Probleme verzögerten die Markteinführung des Modells und trieben die Kosten in die Höhe.

New YorkIn der Branche ist es kein Geheimnis: Der Dreamliner 787 und der Jumbo-Jet 747-8 sind für Boeing ein Problem. Der Erstere war zu teuer in der Entwicklung, der Letztere verkauft sich nicht.

Daher schlägt die Nachricht des Finanzdienstes Bloomberg wie eine Bombe ein: Seit einem Jahr soll ein interner Informant der US-Börsenaufsicht SEC Geheimnisse über die Bilanztricks bei Boeing verraten haben. Bislang gibt es keine offizielle Anklage, selbst eine Untersuchung wollten weder Behörde noch Unternehmen bestätigen. Die Aktie gab dennoch um fast sieben Prozent nach – das entspricht einem Wertverlust von rund fünf Milliarden Dollar.

Dem Bericht zufolge hat Boeing beim „Program Accounting“ gepfuscht. Das ist eine besondere Buchhaltungsregelung für Flugzeughersteller: Die Investitionen liegen für einen neuen Jet am Anfang sehr hoch, Boeing und Co. können sie daher über die gesamte Laufzeit des „Programms“ verteilen. Und das kann dauern: Ein Jet-Modell ist oft mehrere Jahrzehnte im Einsatz.

Laut Bloomberg hat Boeing dabei die Zahlen für 787 und 747-8 bewusst optimistisch gefärbt, de facto also Verluste versteckt. JPMorgan Chase-Analyst Seth Seifman hält eine SEC-Untersuchung in einem Bericht für „möglicherweise signifikant und [sie] erhält jetzt unsere ganze Aufmerksamkeit“.

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