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12.10.2013

03:50 Uhr

Drei Milliarden Euro

Peugeot bereitet Kapitalerhöhung vor

Gerüchte um Investitionen bei Peugeot: Das chinesische Unternehmen Dongfeng Motor will mit rund 1,5 Milliarden Euro bei dem angeschlagenen Autobauer einsteigen. Der französische Staat soll die gleiche Summe beisteuern.

Peugeot-Logos, bevor sie auf eine Motorhaube platziert werden. Der Konzern will eine Kapitalerhöhung von drei Milliarden Euro vornehmen. ap

Peugeot-Logos, bevor sie auf eine Motorhaube platziert werden. Der Konzern will eine Kapitalerhöhung von drei Milliarden Euro vornehmen.

ParisDer angeschlagene Autobauer PSA Peugeot Citroen bereitet nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters aus mit den Verhandlungen vertrauten Kreisen eine Kapitalerhöhung im Volumen von drei Milliarden Euro vor. Der französische Staat und das chinesische Unternehmen Dongfeng Motor sollten jeweils 1,5 Milliarden Euro investieren und damit zwischen 20 und 30 Prozent an dem Unternehmen übernehmen. Damit verlöre die Eignerfamilie die Kontrolle über das Unternehmen. Zweitgrößter Aktionär nach der Peugeot-Familie ist bislang General Motors.

Nach Angaben von drei Gewährsleuten machte sich eine Delegation aus Firmen-Managern, französischen Regierungsvertretern und Bankern noch am Freitag auf dem Weg nach China, um die Verhandlungen voranzutreiben. Der Einstieg der Chinesen bei dem Traditions-Autobauer solle von einem Ausbau des bereits bestehenden Gemeinschaftsunternehmens von Peugeot Citroen und Dongfeng DPCA flankiert werden.

Die beliebtesten Investitionsstandorte der chinesischen Autoindustrie

Quelle

Die Unternehmensberatung Ernst&Young hat 150 chinesische Autohersteller und -zulieferer gefragt, welche drei Standorte sie für besonders attraktiv halten. Welche Länder besonders gut abgeschnitten haben.

Platz 10

Mittlerer Osten - 7 Prozent

Insbesondere im Iran und im Irak setzen die Chinesen auf einen konsequenten Wachstumskurs und versuchen den westlichen Herstellern Paroli zu bieten.

Platz 9

Südamerika- 10 Prozent

Die strengen Importbestimmungen auf vielen südamerikanischen Märkten machen eigene Investitionen nötig.

Platz 8

Südost-Asien - 12 Prozent

Thailand, Vietnam und Indonesien werden immer interessanter für den Absatz. Jedes dritte chinesische Autounternehmen will in den nächsten Jahren in den südlichen Nachbarländern investieren.

Platz 7

Japan - 13 Prozent

Lange dominierten die japanischen Autohersteller einsam den asiatischen Markt. Die Dominanz wollen die Chinesen brechen und denken sogar über Investitionen im reichen Nachbarland nach.

Platz 6

Russland - 15 Prozent

Der russische Automarkt legt seit Jahren deutlich zu. Ein Umstand von dem die chinesischen Hersteller ebenfalls profitieren wollen.

Platz 5

Afrika - 16 Prozent

Trotz der politischen Instabilität bieten die afrikanischen Absatzmärkte großes Potential für die Chinesen. Jedes vierte chinesische Autounternehmen plant Investitionen in Afrika.

Platz 4

Indien - 17 Prozent

Auch im Schwellenland Indien erhoffen sich die Chinesen weiteres Wachstum. Insbesondere über den Preis können die Chinesen hier mit den etablierten Anbietern konkurrieren.

Platz 3

Deutschland - 19 Prozent

Unter allen europäischen Absatzmärkten ist Deutschland der mit Abstand attraktivste. In den Expansionsplänen spielt Deutschland allerdings vorerst noch eine untergeordnete Rolle.

Platz 2

Nordamerika - 26 Prozent

Auf dem US-Markt dominieren bisher noch die Japaner. In den nächsten Jahren will aber jedes fünfte chinesische Unternehmen auch dort investieren.

Platz 1

China - 78 Prozent

Für vier von fünf chinesischen Unternehmen bleibt der Heimatmarkt der attraktivste Standort. Das verwundert angesichts der bisher bescheidenen internationalen Erfolge wenig.

Am Mittwoch hatte ein Sprecher des französischen Konzerns bestätigt, dass Partnerschaften ausgelotet würden. Auch über die Finanzausstattung von Peugeot werde verhandelt, hatte das Unternehmen mit Blick auf chinesische Medienberichte über einen Einstieg von Dongfeng erklärt. Dongfeng konnte für eine Stellungnahme zunächst nicht erreicht werden, das französische Finanzministerium lehnte einen Kommentar ab.

Peugeot ist von der Absatzkrise vieler Autobauer in den vergangenen Jahren massiv betroffen. Nach einem Milliardenverlust im vergangenen Jahr fährt der Konzern einen Sparkurs.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Pikenier

12.10.2013, 13:28 Uhr

Bravo.
Damit wäre Totengräber, Billigstwarenproduzent, Stake- und Shareholderplünderer GM ein weiteres Stüch vom europäischen Kontnent zurückgedrängt.

Account gelöscht!

12.10.2013, 20:08 Uhr

Ich will auch, dass sich Deutschland zur eigenen Interessenwahrung in bedrohte Deutsche Firmen einkauft.

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