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19.01.2005

16:36 Uhr

Drei Viertel der nötigen Bürgschaften gesichert

Neue Hoffnung für Walter Bau

Die Chancen für eine Rettung des angeschlagenen Konzerns Walter Bau sind gestiegen. Inzwischen habe sich der Baukonzern im Ringen mit den Banken rund drei Viertel der benötigten Bürgschaftssumme von gut 1,5 Mrd. Euro gesichert, hieß es in Bankenkreisen.

Die Zukunft von Walter Bau ist ungewiss. Foto: dpa

Die Zukunft von Walter Bau ist ungewiss. Foto: dpa

pk/HB MÜNCHEN. Auch die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) akzeptiere das Sanierungskonzept. Heute wollen die 27 Hausbanken entscheiden, ob sie die Kreditlinie von 200 Mill. Euro und die Bürgschaften verlängern.

Nach Einschätzung eines hochrangigen Branchenmanagers werden die Banken dem Sanierungskonzept zustimmen. „Ich glaube schon, dass die das noch einmal hinbekommen“, sagte er. Das Problem der Walter-Gruppe sei nicht wie im Fall Holzmann die Überschuldung. Stattdessen gehe es vor allem um die Bürgschaften (Avale), die Walter Bau benötige, um seine Projekte vorzufinanzieren. Der Branchenmanager geht davon aus, dass die Banken Walter Bau nicht fallen ließen, nur weil einige kleinere Institute wie die Berliner Bank aussteigen wollten.

Die Börse reagierte zuversichtlich auf die Entwicklung. Die Walter-Bau-Stammaktie legte am Mittwoch um zwischenzeitlich neun Prozent auf 1,84 Euro zu. In der vergangenen Woche kostete sie allerdings noch etwa 2,20 Euro.

Bereits am Dienstag habe der LBBW– Vorstand dem Sanierungskonzept für Walter Bau „unter strengem Konsortialvorbehalt zugestimmt“, sagte ein Bankensprecher. Dies beinhalte auch die Verlängerung des Bürgschaftsrahmens. In Bankenkreisen hieß es, die LBBW habe sich auch in den vergangenen Tagen nicht gegen eine Lösung für Walter Bau gestemmt, sondern nur eine Fusion mit dem Konkurrenten Züblin abgelehnt.

Das Sanierungskonzept könnte allerdings noch scheitern, wenn nur eine Bank es ablehne und die übrigen Institute einspringen müssten, hieß es in Bankenkreisen. Ein Banker sagte zur Gefahr für den Bestand von Walter Bau: „Es ist nicht zwei Minuten vor zwölf, aber es ist ernst.“ Nach Angaben aus Finanzkreisen lehnen bislang zwei größere und einige kleinere Finanzinstitute einschließlich eines Kreditversicherers das von Walter Bau vorgelegte Konzept ab. Walter Bau wollte sich nicht dazu äußern.

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