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01.02.2013

14:04 Uhr

Dritte Testphase

Bayers Doppelkinn-Arznei macht Fortschritte

Doppelkinn ade: Der Pharmakonzern Bayer entwickelt ein Medikament gegen die unschönen Fettablagerungen. Besteht es die dritte Erprobungsphase, könnte es dem Unternehmen dreistellige Millionensummen einbringen.

Der Bayer-Konzern arbeitet an einem Medikament, dass das Doppelkinn bekämpfen soll. dpa

Der Bayer-Konzern arbeitet an einem Medikament, dass das Doppelkinn bekämpfen soll.

FrankfurtBayer bekämpft das Doppelkinn: Der Pharma- und Chemiekonzern hat Fortschritte bei der Entwicklung einer Arznei gegen unschöne Fettablagerungen unter dem Kinn erzielt. Das Leverkusener Unternehmen traut dem Medikament ATX-101 einen Jahresumsatz bis zu 250 Millionen Euro zu, die USA nicht eingerechnet.

In zwei zulassungsrelevanten Studien in Europa mit insgesamt 723 Patienten konnte das ins Fettgewebe zu spritzende Mittel unerwünschte Fettdepots unter dem Kinn verringern, wie Bayer am Freitag in Paris mitteilte. Bei den zwei Studien handelte es sich um Tests der Phase III. Drei solcher Erprobungsphasen muss jedes neue Medikament vor einer Zulassung bestehen.

150 Jahre Bayer

Anfänge als Farbenfabrik

Die Geschichte des Weltkonzerns Bayer beginnt 1863 in Wuppertal-Barmen. Der Kaufmann Friedrich Bayer und der Färber Johann Friedrich Weskott gründen die Firma „Friedr. Bayer et. comp.“. Sie stellt zunächst synthetische Farbstoffe her.

Expansion und Umzug

Das Unternehmen wächst schnell, ebenso die Produktpalette – etwa um ein Medikament namens Aspirin. Bereits 1881 wird die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, die „Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co.“. Im Zuge der Expansion zieht das Unternehmen 1912 nach Leverkusen um, dem heutigen Hauptsitz.

Die Wirren der Weltkriege

Weil Deutschland während des Ersten Weltkriegs international isoliert ist, schließen sich 1916 Bayer, BASF und Agfa zu einer Interessensgemeinschaft zusammen, die beispielsweise die schlechte Versorgung mit Rohstoffen verbessern soll. 1925 fusionieren die Unternehmen zur I.G. Farbenindustrie AG. In der NS-Zeit ist die IG Farben eng mit dem Regime verknüpft.

Neustart ins Wirtschaftwunder

Nach Kriegsende lebt Bayer als eigenständiges Unternehmen wieder auf: 1951 wird nach Zustimmung der Alliierten die „Farbenfabriken Bayer AG“ neu gegründet. Die Firma profitiert vom Wirtschaftswunder und expandiert bald auch international. Sie entwickelt und vermarktet chemische Produkte, Kunststoffe, Arzneien und Pflanzenschutzmittel.

Großer Umbruch

1999 trennt sich Bayer von seiner Tochter Agfa, 2005 von großen Teilen des Chemiegeschäfts, die inzwischen unter dem Namen Lanxess eigenständig weitergeführt werden. Ausgebaut hat der Konzern hingegen das Geschäft mit Gesundheit und Agrarwirtschaft, unter anderem durch den Zukauf der Crop-Science-Sparte von Aventis sowie der Übernahme von Schering.

Bayer arbeitet bei dem Präparat mit der in der Schönheitsmedizin aktiven US-Pharmafirma Kythera Biopharmaceuticals aus Kalifornien zusammen. 2010 schloss Bayer mit Kythera einen Lizenzvertrag, Bayer besitzt danach die Vertriebsrechte außerhalb der USA und Kanada. Experten rechnen mit einer möglichen Markteinführung in Europa, Asien und Lateinamerika in den Jahren 2014 oder 2015.

Von

rtr

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