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28.05.2015

08:58 Uhr

Drivy-Gründer Dementhon im Interview

„Unsere Kundenzahl wird sich verzehnfachen“

VonLukas Bay

Mit der Übernahme von Autonetzer steigt Drivy zum Marktführer im privaten Carsharing auf. Im Interview mit dem Handelsblatt erklären die beiden Gründer, wie ihre Pläne für eine weitere Internationalisierung aussheen.

Der deutsche Drivy-Chef Gero Graf, Drivy-Gründer Paulin Dementhon und Autonetzer-Gründer Sebastian Ballweg (von links nach rechts) wollen den Markt für Autovermietung mit privaten Carsharing-Angeboten aufrollen. Pressefoto

Die Drei von der Autovermietung

Der deutsche Drivy-Chef Gero Graf, Drivy-Gründer Paulin Dementhon und Autonetzer-Gründer Sebastian Ballweg (von links nach rechts) wollen den Markt für Autovermietung mit privaten Carsharing-Angeboten aufrollen.

Um diese Nachricht zu verkünden, ist der Gründer Paulin Dementhon aus Paris nach Berlin gekommen: Das französische Start-up Drivy übernimmt Autonetzer. Damit entsteht im privaten Carsharing ein neuer Marktführer. Gemeinsam mit dem Autonetzer-Gründer Sebastian Ballweg erklärt Dementhon im Interview mit dem Handelsblatt, wie seine weiteren Wachstumspläne aussehen.

Handelsblatt: Mit Drivy übernehmen Sie nun ihren größten Konkurrenten in Deutschland Autonetzer und steigen damit zum größten Vermieter von privaten Autos auf. Welche Ambitionen verfolgen Sie mit dieser Übernahme?

Paulin Dementhon: Deutschland war der erste Markt, den wir uns für die Internationalisierung ausgesucht haben. Es ist nicht nur der größte, sondern auch der wichtigste Automarkt in Europa und darüber hinaus auch ein sehr innovativer. In den ersten Monaten sind wir hier stärker gewachsen als wir erwartet hatten – und der Kauf von Autonetzer soll dieses Wachstum weiter beschleunigen. Unsere Kundenzahl wird sich damit verzehnfachen. Wir können aber nicht nur von den Kunden, sondern auch von der Erfahrung von Autonetzer auf dem deutschen Markt profitieren.

Drivy übernimmt Autonetzer: Französische Offensive bei Carsharing

Drivy übernimmt Autonetzer

Französische Offensive bei Carsharing

Drivy übernimmt den deutschen Konkurrenten Autonetzer. Nach Blablacar startet damit das zweite französische Start-up in Deutschland durch - und steigt innerhalb weniger Monate zum Marktführer auf.

Was können die Deutschen vom Drivy-Erfolg in Frankreich lernen?

Dementhon: Es hat uns sehr geholfen, dass wir früh in die Technologie investiert haben. Unsere wichtigste Erkenntnis war es, das Produkt so einfach wie möglich zu gestalten. Gerade wenn man Privatautos vermietet braucht man da auch eine gewisse Zahl an Nutzern, die ihr Auto anbieten wollen. Und mobil haben wir nachgelegt. Bei uns kann den Mietvertrag jetzt direkt in der App abschließen. Der Vertrag wird digital an unseren Kundenservice übertragen.

Sebastian Ballweg: Drivy hat alleine zehn Entwickler, die sich um die technische Verbesserung des Produkts kümmern. Das ist nochmal ein technologischer Sprung und wird helfen, unser Angebot zu verbessern.

Die größten Problem der privaten Autovermietung sind zwei Dinge: die unsichere Versicherung und inaktive Nutzer. Wie wollen diese Probleme angehen?

Dementhon: Wir bemühen uns sehr inaktive Nutzer zu identifizieren, sie zu motivieren und zu schulen – oder im Zweifel inaktive Nutzer aus der Kartei zu entfernen. Dafür werten wir unsere Statistiken akribisch aus, wie Airbnb es auch macht.

Ballweg: Und bei Versicherungsfragen, haben wir auch eine sehr gute Lösung. Jede Anmietung bei Autonetzer war bisher über die R+V-Versicherung abgesichert. Ab dem 10. Juni, wenn die Website umgestellt wird, wechseln wir ebenfalls zum Drivy-Partner Allianz. Diese Versicherungslösung hat zurecht einen guten Ruf. Und das gibt uns auch die Möglichkeit, ein internationales Wachstum in Angriff zu nehmen.

Kommentare (1)

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Herr Ciller Gurcae

28.05.2015, 10:51 Uhr

Ja, wer hätte das gedacht?
Mit dem von der ezb zu Lasten Deutschlands bereitgestelltem Geld kauft der Franzose hier alles auf, was ihm im permanenten Wirtschaftskrieg wichtig ist. Und der doofe Deutsche darf dann für den Besitzer arbeiten; Gewinn nach Paris voilà! Und die Zonengabi freut sich über die Arbeitsplätzchen und macht einen auf Schuldenbremse. Ohne zu bedenken (oder doch?), daß die Schulden der Franzosen, Griechen und Spanier unsere Schulden sind. Denn die werden sich zeitgerecht aus dem Eurokonstrukt verabschieden.

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