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28.05.2015

08:58 Uhr

Drivy übernimmt Autonetzer

Französische Offensive bei Carsharing

VonLukas Bay

Drivy übernimmt den deutschen Konkurrenten Autonetzer. Nach Blablacar startet damit das zweite französische Start-up in Deutschland durch - und steigt innerhalb weniger Monate zum Marktführer auf.

Drivy schluckt den deutschen Konkurrenten Autonetzer und will damit Marktführer in der privaten Autovermietung werden. Pressefoto

Neue Allianz am Automarkt

Drivy schluckt den deutschen Konkurrenten Autonetzer und will damit Marktführer in der privaten Autovermietung werden.

DüsseldorfGerade einmal sechs Monate ist Drivy nun auf dem deutschen Markt, da wagt das französische Start-up Drivy den großen Wurf. Mit der Übernahme des direkten deutschen Konkurrenten Autonetzer steigen sie zum Marktführer für privates Carsharing auf. In Deutschland vermietet Drivy ab dem 10. Juni rund 11.000 Autos und kommt nach eigenen Angaben auf 100.000 Nutzer. Autonetzer wird dann komplett auf Drivy umgestellt. „Jetzt rollen wir den Markt für Autovermietungen neu auf“, verspricht der Drivy-Chef in Deutschland Gero Graf.

Die Geschäftsidee bleibt: Drivy will eine Plattform sein, auf der Autobesitzer ihre privaten Fahrzeuge vermieten können. Damit visieren die Franzosen eine Zielgruppe an, die bisher noch auf die klassischen Autovermietern wie Sixt und Europcar setzt. Drivy will das Segment aufmischen, so wie es Airbnb im Hotelsektor gelungen ist. Global gesehen ist der Markt zwar noch relativ klein, doch die Potentiale sind groß - jedenfalls für denjenigen, der sich als führender Anbieter positionieren kann.

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Mit der Übernahme von Autonetzer steigt Drivy zum Marktführer im privaten Carsharing auf. Im Interview mit dem Handelsblatt erklären die beiden Gründer, wie ihre Pläne für eine weitere Internationalisierung aussheen.

„Wir sind in Deutschland schneller gewachsen als wir erwartet hatten“, sagt Drivy-Gründer Paulin Dementhon im Interview mit dem Handelsblatt. Größe spielt in der Welt der Mobilitätsplattformen eine wichtige Rolle. Nur wer viele Autos in der Kartei vorweisen kann, hat auch ein attraktives Angebot. Bis 2016 will Drivy die Zahl der deutschen Kunden auf 200.000 verdoppeln. An jeder Straßenecke soll dann ein Auto über Drivy verfügbar sein. Das wäre ein deutlicher Sprung.

Überzeugen soll dabei auch der Versicherungspartner der Franzosen: die deutsche Allianz-Versicherung. „Das gibt uns endlich auch die Möglichkeit, ein internationales Wachstum in Angriff zu nehmen“, sagt Autonetzer-Gründer Sebastian Ballweg. Denn auch international verfolgen die Franzosen große Pläne, verrät Dementhon im Interview mit dem Handelsblatt. Im Juli soll das Angebot in Spanien starten, im Jahresverlauf soll ein weiteres europäisches Land folgen. Wie teuer die Übernahme in Deutschland war, dazu schweigen beide Seiten.

Geld für das Wachstum von Drivy kommt von den bekannten Fonds Index Ventures und Alven Capital, die auch schon Start-ups wie Skype und last.fm groß gemacht haben. Für die europäische Expansion sind nach Angaben von Dementhon rund 16 Millionen Euro in der Kriegskasse. In Frankreich hat Drivy nach eigenen Angaben bereits 27.000 Autos in der Kartei und fast eine halbe Million Nutzer.

Drivy ist damit bereits das zweite französische Start-up, dass den deutschen Markt für alternative Mobilität aufmischt. Vor wenigen Monaten hatte der französische Marktführer Blablacar die Daimler-Tochter Carpooling geschluckt, zu der auch die erfolgreiche Seite mitfahrgelegenheit.de gehört.

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