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18.01.2017

10:42 Uhr

Drohende Sanktionen

US-Firmen warnen vor „Vergeltung“ Chinas

Amerikanische Firmen fürchten, dass ihr Geschäft in China wegen Trumps harter Haltung Schaden nehmen wird. Aber auch an Peking üben sie Kritik und fordern: Der Wettbewerb für ausländische Firmen müsse fairer werden.

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat China mehrfach als „Währungsmanipulator“ bezeichnet. AP

Cola-Automaten in Peking

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat China mehrfach als „Währungsmanipulator“ bezeichnet.

PekingUS-Unternehmen in China haben Donald Trump vor einem Handelskrieg mit Peking gewarnt, falls der designierte US-Präsident seine angedrohten Sanktionen tatsächlich umsetzen sollte. Die chinesische Regierung bereite Schritte vor, „um Vergeltung zu üben“, sagte Lester Ross von der amerikanischen Handelskammer in Peking am Mittwoch anlässlich der Präsentation einer Studie zur Stimmung von US-Unternehmen in China. Peking stünde „nicht ohne Arsenal“ da, um auf Aktionen der USA zu reagieren.

Trump, der am Freitag als US-Präsident vereidigt wird, hatte China im Wahlkampf und auch danach als „Währungsmanipulator“ bezeichnet und einen Strafzoll in Höhe von 45 Prozent auf Einfuhren aus China angekündigt. Auch hatte er China beschuldigt, amerikanische Jobs zu stehlen. Ein Handelskrieg zwischen den USA und China sei nicht hilfreich, um Jobs zu schützen, sagte William Zarit, Vorsitzender der US-Handelskammer in Peking.

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Kritik der US-Unternehmen erntete auch Peking: Laut der Studie vom Mittwoch sehen sich amerikanische Firmen bei ihren Geschäften in China mehr und mehr benachteiligt. Demnach fühlen sich 81 Prozent der US-Unternehmen „weniger willkommen“ als noch im Vorjahr. Die meisten Befragten sehen sogar ein „abschreckendes Umfeld“ für Investitionen. Trumps designierter Handelsminister Wilbur Ross sagte staatlichen Subventionen internationaler Geschäftspartner den Kampf an. China steht immer wieder in der Kritik, seine Industrie zum Nachteil ausländischer Konkurrenz mit staatlichen Hilfen zu stützen und andere Märkte mit Billigprodukten zu fluten.

Die Kritik der US-Unternehmen kommt einen Tag, nachdem Chinas Präsident Xi Jinping auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos für mehr Freihandel geworben und sich gegen Protektionismus ausgesprochen hatte. Xi kündigte erneut an, den Marktzugang für ausländische Unternehmen zu vereinfachen und Rechtssicherheit zu verbessern.

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Ein Versprechen, dem 60 Prozent der befragten US-Firmen skeptisch gegenüberstehen. Sie gehen laut Befragung nicht davon aus, dass sich der Markt für ausländische Firmen in China bald weiter öffnen wird.

Auch europäische Firmen beklagen sich regelmäßig über unfairen Wettbewerb in China und einen unzureichenden Marktzugang. Am Dienstag hatte Michael Clauss, der deutsche Botschafter in Peking, dazu aufgefordert, gleiche Voraussetzungen für ausländische Firmen zu schaffen. „Viele Unternehmen erzählen uns, dass ihre Schwierigkeiten gestiegen sind“, schrieb Clauss in einer Mitteilung.

Kommentare (2)

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18.01.2017, 11:27 Uhr

Wenn man als Firma ein gutes Produkt auf dem Weltmarkt plaziert hat, dann braucht man sich über Vergeltung keine Sorgen machen. Ein gutes Produkt wird schließlich IMMER nachgefragt....Angebot und Nachfrage, Wettbewerb und Insolvenz....dazu braucht es keine poltiische Bevormundung. Das Gute Produkt, das MEHRWERT SCHAFFENDE PRODUKT/FORSCHUNG/WISSENSCHAFT wird sich IMMER in der Welt des Handel durchsetzen. Handelskriege gibt es nur für die, die vom Krieg leben. Für alle anderen Vernunft und Verstand Menschen steht immer der Handel mit einen Produkt und am besten mit einen MEHRWERT Produkt im Vordergrund.

Herr Fritz Yoski

18.01.2017, 11:48 Uhr

"Wenn man als Firma ein gutes Produkt auf dem Weltmarkt plaziert hat, dann braucht man sich über Vergeltung keine Sorgen machen. "
Ueber Vergeltung vielleicht nicht, ueber Plagiate und Deibstahl von intelektuellem Eigentum schon ehr. Da liegt China ganz weit vorne. Wer mitspielen will haelt sich an die Regeln sonst ist er draussen. Gut das Trump sich von den Chinesen nicht weiter auf der Nase rumtanzen laesst.

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