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01.09.2011

15:01 Uhr

Drohende Übernahme

Accell-Einstieg alarmiert Derby Cycle

Der niederländische Fahrradbauer Accell hat sein Aktienpaket an seinem deutschen Rivalen Derby Cycle aufgestockt. Offiziell gehe es Accell nur um eine Beteiligung, die Niedersachsen befürchten jedoch andere Absichten.

Derby-Vorstandschef Mathias Seidler (l.) hat kein Interesse an einer Zusammenarbeit mit Accell. dapd

Derby-Vorstandschef Mathias Seidler (l.) hat kein Interesse an einer Zusammenarbeit mit Accell.

FrankfurtDer niedersächsische Fahrrad-Hersteller Derby Cycle fürchtet eine feindliche Übernahme durch den niederländischen Rivalen Accell . Der Vorstand des zuletzt vor allem mit Elektro-Rädern erfolgreichen Cloppenburger Unternehmens glaubt nicht, dass dessen auf 22 Prozent aufgestocktes Aktienpaket an Derby Cycle wie von Accell behauptet nur eine Finanzbeteiligung sein soll. „Vielmehr gehen wir davon aus, dass Accell eine von uns als Vorstand nicht erwünschte Übernahme des Unternehmens plant“, sagten Vorstandschef und Großaktionär Mathias Seidler und seine Kollegen am Donnerstag. Gespräche darüber habe es nicht gegeben. Derby Cycle habe „keinerlei Interesse an einer irgendwie gearteten Zusammenarbeit“.

Auch Anleger erwarten weitere Aktienkäufe von Accell: Der Kurs der seit Februar börsennotierten Derby-Cycle-Aktie stieg um fünf Prozent auf 19,78 Euro - das sind fast 60 Prozent mehr als der Ausgabepreis. Der Großteil der zugekauften Aktien kommt offenbar vom ehemaligen Derby-Cycle-Eigentümer Finatem. Der auf den Mittelstand spezialisierte Finanzinvestor war zuletzt mit zehn Prozent der größte Einzelaktionär. Accell selbst erklärte am Mittwoch, ein großes Paket von einem nicht genannten Dritten auf Kredit gekauft zu haben. Finatem war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Ein Derby-Cycle-Sprecher betonte, Seidler habe von seiner achtprozentigen Beteiligung nichts verkauft.

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Accell betonte, es gebe keine Gespräche über ein Angebot an die Derby-Cycle-Aktionäre, lobte aber den Konkurrenten: „Accell begrüßt die starke Entwicklung von Derby Cycle und erkennt die erfolgreiche Straegie des Unternehmens an.“ Analyst Peter Steiner von der BHF-Bank vermutet, dass das Interesse an Derby Cycle in der Schwäche des niederländischen Fahrradmarktes begründet sein könnte. Accell habe den deutschen Markt zuletzt öffentlich als den attraktivsten in Europa bezeichnet. Accell hatte kürzlich die Führung seiner beiden Marken „Batavus“ und „Sparta“ ausgetauscht.

Derby Cycle hatte dagegen den Umsatz in den ersten neun Monaten seines Geschäftsjahres 2010/11 um 38 Prozent auf fast 200 Millionen Euro gesteigert. Die Verkaufszahlen für Elektro- Fahrräder hatten sich fast verdoppelt. Der Gewinn stieg um 31 Prozent auf 11,6 Millionen Euro.

An der Börse ist Derby Cycle rund 145 Millionen Euro wert. Bereits der Einstieg von Accell mit 5,7 Prozent im April hatte den Vorstand alarmiert. Damals hatte Seidler noch vermutet, Accell könnte Derby Cycle damit nur vom Einstieg bei der niederländischen Fahrradfirma Gazelle abhalten wollen. Doch die hat im Juni bereits einen neuen Eigentümer gefunden.

Von

rtr

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