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20.01.2010

14:37 Uhr

Drohnen

Eurocopter setzt auf unbemannte Hubschrauber

Der weltgrößte Hubschrauberhersteller Eurocopter will in das Geschäft mit Drohnen einsteigen. Die Anforderungen der US-Streitkräfte sollen in diesem Jahr geklärt werden. Das Blick auf die Bilanz für 2009 fällt recht ordentlich aus.

Eurocopter hofft nicht nur auf bemannte Hubschrauber, sondern auch auf Drohnen. Reuters

Eurocopter hofft nicht nur auf bemannte Hubschrauber, sondern auch auf Drohnen.

HB PARIS. Das lukrative Rüstungsgeschäft trägt den weltgrößten Hubschrauberhersteller Eurocopter durch die weltweite Branchenkrise. 2009 stürzte der Auftragseingang netto zwar von 715 auf 344 Maschinen. Doch weil die Krise zivile Kleingeräte betraf und der Verkauf großer Militärmaschinen brummte, stieg der Wert der Aufträge sogar von 4,9 auf 5,8 Mrd. Euro. „2009 war vom Auftragswert ein gutes Jahr“, sagte Konzernchef Lutz Bertling am Mittwoch in Paris.

2010 soll mit 300 bis 400 Aufträgen ähnlich werden. Jetzt drängt die EADS-Tochter in das Geschäft mit Drohnen. Die Anforderungen der US-Streitkräfte dürften dieses Jahr geklärt werden, sagte Bertling. „Wir sind an diesem Markt interessiert.“ Eurocopter arbeite an Hubschraubern ohne Piloten. Ohne Startkunden gebe es aber keine konkrete Produktentwicklung.

Großes Interesse findet nach Bertlings Worten der Tiger. Der erfolgreiche Einsatz des Kampfhubschraubers durch die französischen Streitkräfte in Afghanistan werde vor allem im Mittleren Osten aufmerksam verfolgt. Die Bundeswehr setzt den Tiger dort nicht ein.

Ende 2009 hatte Eurocopter Aufträge von 15,1 Mrd. Euro in den Büchern, davon zwei Drittel vom Militär. Die Zahl der Auslieferungen sank zwar von 588 auf 558, doch der Umsatz stieg dabei leicht von 4,5 auf 4,6 Mrd. Euro. 2009 hatte Eurocopter ein Einsparprogramm über 200 Mio. Euro aufgelegt. Außerdem soll der Lagerbestand 2010 um 500 Mio. verringert werden. Anders als die Konzernschwester Airbus ist Eurocopter wegen der Dollarschwäche nicht bang: Nur 15 Prozent des Geschäfts sind davon betroffen.

Große Hoffnung setzt Eurocopter auf den von Deutschland und Frankreich geplanten schweren Transporthubschrauber. Weil die NATO ein ähnliches Projekt will, laufen jetzt Gespräche mit den USA über eine Anpassung der Anforderungen. Das Projekt dürfte 2011 oder 2012 starten. Bei den Verträgen sollte man der „industriellen Logik“ folgen und den NH90 zum Vorbild nehmen und nicht die A400M, sagte Bertling. Militärprogramme sollten nicht genutzt werden, um eigene Kompetenzen zu entwickeln. Der Beste sollte die Aufträge bekommen.

Kommentare (1)

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Daniel

20.01.2010, 17:35 Uhr

Wenn man bedenkt, dass Eurocopter auch Teil von EADS ist, ist die Aussage

"bei den Verträgen sollte man der „industriellen Logik“ folgen und den NH90 zum Vorbild nehmen und nicht die A400M, sagte bertling. Militärprogramme sollten nicht genutzt werden, um eigene Kompetenzen zu entwickeln. Der beste sollte die Aufträge bekommen."

schon bemerkenswert...

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