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08.09.2011

19:53 Uhr

Drohnenprogramm

EADS wird nicht bei Telemos mitarbeiten

EADS wird sich nicht dem konkurrierenden franko-britischen Drohnenprogramm Telemos anschließen. Zugleich appellierte EADS an die Europäer, nicht zwei verschiedene Drohnen-Programme auf den Markt zu bringen.

Laut EADS ist die eigene Drohne Talarion der Konkurrenz fünf Jahre voraus. Reuters

Laut EADS ist die eigene Drohne Talarion der Konkurrenz fünf Jahre voraus.

BerlinDer europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS hat Spekulationen zurückgewiesen, er wolle sich dem konkurrierenden franko-britischen Drohnenprogramm Telemos von BAE Systems und Dassault anschließen. Das Unternehmen beharrte am Donnerstag auf der Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Talarion-Systems. Mit der Entwicklung von Talarion sei EADS allen europäischen Konkurrenten fünf Jahre voraus, betonte ein EADS-Sprecher gegenüber Reuters.

Zugleich appellierte EADS an die Europäer, nicht zwei verschiedene Drohnen-Programme auf den Markt zu bringen, da die Käuferstaaten schon mit der Finanzierung eines Programms ihre Schwierigkeiten hätten. Außerdem erhöhten sich die Exportchancen bei der Konzentration auf ein einziges Programm.

Die französische Zeitung „Le Monde“ hatte zuvor berichtet, EADS wolle sich dem franko-britischen Vorhaben anschließen. Die Zeitung zitierte dazu Aussagen von EADS-Chef Louis Gallois, der auf eine europäische Lösung bei der Entwicklung von Drohnen bestand. Nach Gallois' Worten sind zwei Staaten für die Entwicklung einer Drohne nicht ausreichend, vielmehr müssten sich vier oder fünf größere Staaten zusammentun, um ein gemeinsames Drohnenprogramm finanzieren.

Das Talarion-Vorhaben steht auf der Kippe, weil die Finanzierungszusagen aus Frankreich und Deutschland bisher ausblieben. Die Bundeswehr hat in Afghanistan drei geleaste Heron-Drohnen im Einsatz, sucht aber nach einer mittelfristigen Lösung für die Zeit nach 2014. Am Markt verfügbar wären dafür unter anderem der amerikanischen Predator und die israelische Heron TP. Talarion soll nach Angaben der Industrie erst ab 2018 einsatzfähig sein und wäre damit allenfalls eine langfristige Lösung. Das deutsche Militär sieht sich daher bei Talarion nicht unter dringendem Entscheidungsdruck, sondern befürchtet eher erneut eine langfristige Bindung großer Summen des Wehr-Etats.

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