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15.01.2009

17:10 Uhr

Druckmaschinen-Hersteller

Manroland plant Arbeitsplatzabbau

VonWolfgang Gillmann

Der Druckmaschinen-Hersteller Manroland bereitet nach Angaben von Arbeitnehmervertretern wegen der Konjunkturschwäche einen massiven Stellenabbau vor. In den Gesprächen mit den Mitarbeitern, die bereits vor Weihnachten begonnen haben, geht es um die Streichung von bis zu 1 000 der insgesamt 8 800 Stellen.

W. GILLMANN | DÜSSELDORF

Der Druckmaschinen-Hersteller Manroland bereitet nach Angaben von Arbeitnehmervertretern wegen der Konjunkturschwäche einen massiven Stellenabbau vor. In den Gesprächen mit den Mitarbeitern, die bereits vor Weihnachten begonnen haben, geht es um die Streichung von bis zu 1 000 der insgesamt 8 800 Stellen. Betroffen ist vor allem der in Offenbach konzentrierte Bereich Bogendruckmaschinen, der besonders unter der Zurückhaltung der Werbeindustrie leidet. Das Werk in Mainhausen mit 300 Beschäftigten ist von der Schließung bedroht. Dagegen läuft der in Augsburg und Plauen konzentrierte Bereich Rollendruck, der Maschinen für den Zeitungsdruck herstellt, vergleichsweise gut.

Manroland steht mit den Problemen nicht alleine da. Der Weltmarktführer bei Bogendruckmaschinen, Heidelberger Druckmaschinen, schreibt rote Zahlen und hat vor kurzem einen Abbau von rund 2 500 der insgesamt 20 000 Stellen beschlossen. Koenig & Bauer, die Nummer drei auf dem Weltmarkt für Druckmaschinen, hat für das vergangene Jahr einen Verlust angekündigt und ebenfalls Stellenstreichungen beschlossen.

Eine Unternehmenssprecherin von Manroland wollte die Zahl von 1 000 gefährdeten Arbeitsplätzen weder bestätigen noch dementieren. Sie bestätigte aber die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern. Der Auftragseingang sei seit Jahresanfang um rund 20 Prozent gesunken. Der Maschinenbau-Verband VDMA hatte Mittwoch gemeldet, dass die Auftragseingänge für Druckmaschinen im November um rund 50 Prozent unter den Werten des gleichen Vorjahresmonats gelegen hätten.

Manroland hatte für die ersten neun Monate einen Umsatz von 1,3 Mrd. Euro gemeldet und damit einen Rückgang um zehn Prozent verbucht. Es seien aber noch schwarze Zahlen geschrieben worden, sagte die Sprecherin. Seit das Unternehmen, das früher MAN Roland hieß, zu 65 Prozent dem Finanzinvestor Allianz Capital Partners gehört, werden keine Finanzzahlen mehr veröffentlicht. 35 Prozent hält noch der frühere Eigentümer, der Münchener Lastwagen- und Maschinenbauer MAN. Der früher geplante Gang an die Börse wurde im vergangenen Jahr kurzfristig abgeblasen und liegt seitdem auf Eis.

Manroland beschäftigt rund 8 800 Personen, davon rund 4 300 im Bereich Bogendruck rund um Offenbach. Im Bereich Rollendruck sind es 4 500 Personen. Für die Standorte Offenbach und Mainhausen gilt wegen der schlechten Auftragslage seit Oktober Kurzarbeit. Für den Bereich Rollendruckmaschinen in Augsburg und Plauen könnte nach Angaben der Sprecherin von März an Kurzarbeit eingeführt werden.

Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates Jürgen Bänsch bestätigte die Gespräche über den Stellenabbau. Danach sollen mit 515 Mitarbeitern Gespräche über ein freiwilliges Ausscheiden noch im laufenden Jahr geführt werden. Die Differenz zu den vom Vorstand als notwendig erachteten 1 000 Stellenstreichungen soll zunächst über verstärkte Kurzarbeit aufgefangen werden.

Betriebsbedingte Kündigungen sind nach einem Ende 2006 abgeschlossenen Ergänzungstarifvertrag bis Ende 2009 ausgeschlossen. "Daran will sich das Unternehmen auch halten", sagte Bänsch. Da der Vertrag Ende des Jahres auslaufe, müsse man jetzt verhandeln.

Wie auch die anderen deutschen Hersteller von Druckmaschinen, hatte die heutige Manroland bereits in der schweren Branchenkrise vor einigen Jahren harte Sparmaßnahmen ergriffen. Das Werk Geisenheim wurde 2005 geschlossen, 2004 wurden drei Standorte im Offenbacher Stadtgebiet zu einem Werk zusammengelegt.

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