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28.04.2011

19:03 Uhr

Druckmaschinenhersteller

Heidelberger Druck steht vor der Wende

Heidelberger Druck kann erstmals seit zwei Jahren wieder einen operativen Gewinn ausweisen. Der Druckmaschinenhersteller hat damit seine eigene Prognose erfüllt. Unterm Strich bleiben die Zahlen aber rot.

Ein Werksangehöriger arbeitet im Werk des Druckmaschinenherstellers Heidelberger Druck in Wiesloch in einer Fertigungshalle an einer Bogen-Offset-Druckmaschine. Quelle: dpa

Ein Werksangehöriger arbeitet im Werk des Druckmaschinenherstellers Heidelberger Druck in Wiesloch in einer Fertigungshalle an einer Bogen-Offset-Druckmaschine.

Sparkurs und die starke Konjunktur haben den angeschlagenen Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck wieder auf Kurs gebracht: Zum ersten Mal seit zwei Jahren schreibt das Unternehmen zumindest operativ schwarze Zahlen. Damit arbeiteten sich die Heidelberger weiter an die Gewinnschwelle heran, unter dem Strich blieben die Zahlen aber rot.

Dank Einsparungen erwirtschaftete das Unternehmen im Geschäftsjahr 2010/2011 (Ende März) ein operatives Ergebnis vor Sondereinflüssen von vier Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Vor einem Jahr hatte hier noch ein Verlust von 130 Millionen Euro gestanden.

Heideldruck hatte die weltweite Rezession schwer zu schaffen gemacht, Aufträge und Erlöse waren eingebrochen. Auf dem Höhepunkt der Krise hatten sich die Badener ihre Finanzierung nur noch mit Bankkrediten, einer öffentlichen Bürgschaft und einem strikten Sparkurs samt Entlassungen sichern können. Mit einer Kapitalerhöhung von 420 Millionen Euro im vergangenen Sommer konnte das Unternehmen aber Schulden tilgen und das Eigenkapital stärken.

Unter dem Strich erwartet das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Minus von voraussichtlich 130 Millionen Euro. Auch das ist eine deutliche Verbesserung, verglichen mit dem Verlust von 228,5 Millionen Euro vor einem Jahr. Belastet wurde das Ergebnis vor allem durch hohe Kosten für Kredite, auch wenn Heideldruck im Dezember ein Darlehen der bundeseigenen KfW-Bankengruppe von knapp 300 Millionen vorzeitig zurückzahlte und sich damit von einer schweren
finanziellen Last befreite.

Der Auftragseingang kletterte im abgelaufenen Geschäftsjahr um 16 Prozent auf 2,76 Milliarden Euro, der Umsatz legte um 14 Prozent auf 2,63 Milliarden Euro zu. „Die Heidelberg Gruppe ist im Geschäftsjahr 2010/11 auf den Wachstumspfad zurückgekehrt“, erklärte Vorstandschef Bernhard Schreier. Seine endgültige Bilanz will das Unternehmen am 16. Juni vorlegen.

Zum Ende des Geschäftsjahres verbesserte sich das operative Ergebnis auf 30 Millionen Euro - nach 11 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Der Umsatz stieg von 715 Millionen auf 746 Millionen Euro. Der Auftragseingang sank leicht von 678 Millionen auf 637 Millionen Euro.

Gleichzeitig schrumpfte die Belegschaft weiter. 15 828 Mitarbeiter zählte das Unternehmen Ende März, rund 660 weniger als im Jahr zuvor. Vor allem in Deutschland gingen Jobs verloren. In den vergangenen Jahren hatte der Konzern bereits rund 4500 Stellen abgebaut.

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