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09.05.2014

09:25 Uhr

Druckmaschinenkonzern

Koenig & Bauer verringert Verlust

Der Druckmaschinenproduzent Koenig & Bauer kommt aus den roten Zahlen nicht heraus. Die Rechnung dafür müssen die Angestellten tragen: Bis zu 1500 Arbeitsplätze sollen gestrichen werden.

Walzen von Druckmaschinen werden in einer Montagehalle des Druckmaschinenherstellers Koenig und Bauer bearbeitet: Derzeit werden weitere 1100 bis 1500 Arbeitsplätze gestrichen. dpa

Walzen von Druckmaschinen werden in einer Montagehalle des Druckmaschinenherstellers Koenig und Bauer bearbeitet: Derzeit werden weitere 1100 bis 1500 Arbeitsplätze gestrichen.

MünchenDer Druckmaschinenproduzent Koenig & Bauer hat zum Jahresauftakt erneut rote Zahlen geschrieben. Vor Steuern fiel im ersten Quartal ein Verlust von 12,1 Millionen Euro an, wie der Würzburger Konzern am Freitag mitteilte. Vor Jahresfrist stand allerdings noch ein Minus von 18,8 Millionen Euro zu Buche. Auch unterm Strich reduzierte Koenig & Bauer (KBA) den Verlust auf 14 (VJ: 18,5) Millionen Euro.

Der Umsatz kletterte um zwölf Prozent auf 213 Millionen Euro. Vor allem das Geschäft mit Bogenoffsetmaschinen, die etwa zum Druck von Katalogen oder Visitenkarten benötigt werden, lief deutlich besser. Rollenmaschinen für den Druck von Zeitungen waren weiter wenig gefragt, und die Lieferung von lukrativen Anlagen für den Wertpapierdruck wurde verschoben.

KBA, nach Heidelberger Druck zweitgrößter Hersteller der Branche, laboriert wie die Konkurrenz daran, dass sich die Suche nach Information, Unterhaltung und Einkaufsmöglichkeiten seit langem von Printmedien ins Internet verlagert hat. Gerade Zeitungen sind nicht mehr en vogue; die Verlage kämpfen mit sinkenden Auflagen und bestellen deshalb immer weniger neue Druckmaschinen. KBA hielt sich viele Jahre nur knapp in der Gewinnzone, stürzte aber 2013 tief in die roten Zahlen. Nach vielen Runden des Sparens und des Stellenabbaus werden derzeit weitere 1100 bis 1500 Arbeitsplätze gestrichen.

Die größten Maschinenbauer Deutschlands

Platz 10 – Rolls-Royce Power Systems

Umsatz 2012: 3,02 Milliarden Euro

Die deutsche Firma mit Hauptsitz in Friedrichshafen hieß bis Januar 2014 noch Tognum. Sie bietet Dieselmotoren und Antriebssysteme an und ist seit 2007 an der Börse notiert.

Platz 9 – SMS Group

Umsatz 2012: 3,24 Milliarden Euro

Die SMS Group ist der Dachgesellschaft SMS Holding GmbH untergeordnet und verarbeitet Stahl und Nichteisenmetalle. Alleinaktionär ist die Familie um den deutschen Unternehmer Heinrich Weiss.

Platz 8 – MAN

Umsatz 2012: 4,26 Milliarden Euro (MAN Power Engineering)

Die „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ wurde bereits 1758 gegründet und war zunächst für Eisenverarbeitung zuständig. Seit 2011 hält Volkswagen die Mehrheit am Konzern.

Platz 7 – Knorr-Bremse

Umsatz 2012: 4,3 Milliarden Euro

Das größte Unternehmen für Bremssysteme von Schienen- und Nutzfahrzeugen wurde 1905 gegründet und ist nicht an der Börse notiert. Der Hauptsitz liegt in München.

Platz 6 – Kion

Umsatz 2012: 4,73 Milliarden Euro

Die Wiesbadener Kion Group wurde 2006 gegründet, baut Gabelstapler und Lagertechnikgeräte. Sie ging aus der Linde AG hervor und ist seit 2013 an der Börse.

Platz 5 – Thyssen-Krupp

Umsatz 2012: 5,64 Milliarden Euro (Thyssen-Krupp Industrial Solutions)

Deutschlands größter Stahlkonzern sitzt in Essen und entstand 1999 in Folge der Fusion von Hoesch-Krupp und Thyssen. Die historischen Wurzeln reichen in die Phase der industriellen Revolution in Deutschland zurück.

Platz 4 – Gea

Umsatz 2012: 5,72 Milliarden Euro

Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf und ist auf die Herstellung von Prozesstechnik und Komponenten im Maschinenbau spezialisiert. Es wurde 1881 gegründet.

Platz 3 – Voith

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 5,73 Milliarden Euro

Die Wurzeln des Heidenheimer Maschinenbau-Unternehmens gehen bis in das Jahr 1867 zurück. Voith befindet sich im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen beliefert unter anderem Wasserwerke, Automobilhersteller und die Papierindustrie.

Platz 2 – Linde

Umsatz 2012: 15,28 Milliarden Euro

Die Linde Group sitzt in München und betreibt weltweit ihr Kerngeschäft mit Gasen und Prozess-Anlagen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist börsennotiert und im Dax gelistet.

Platz 1 – Siemens

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 18,59 Milliarden Euro (Siemens Industry)

Das Dax-Unternehmen mit Sitz in Berlin und München ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Die Firma wurde 1847 von Werner Siemens gegründet und setzt den Fokus auf Elektrotechnik.

Mit etwa 700 Beschäftigten sei bereits vereinbart, dass sie das Unternehmen verlassen, hieß es in der Mitteilung. Weitere Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern liefen. Demnächst werde die Zahl der festen Stammmitarbeiter - ohne diejenigen der zugekauften Tochterfirmen - unter 5000 sinken. Der Personalabbau soll Ende 2015 abgeschlossen sein. Um dann das Ruder herumzureißen, heuerte der kriselnde Konzern kürzlich einen Sanierer an.

2015 soll nämlich ein deutlich besseres Ergebnis zu Buche stehen, wie KBA bekräftigte. 2016 sei man wieder nachhaltig profitabel. Im laufenden Jahr rechnen die Würzburger wegen des teuren Konzernumbaus nach wie vor mit einem Verlust und einem Umsatzrückgang auf 1,0 bis 1,1 Milliarden Euro. Sorgen bereitet KBA die Ukraine-Krise ebenso wie das geringere Wachstum in China und der starke Euro.

Von

rtr

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