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22.04.2014

16:37 Uhr

Druckmaschinenkonzern

Sanierer soll Koenig & Bauer neu ausrichten

Andreas Pleßke soll den angeschlagenen Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer wieder auf Kurs bringen. Der ehemalige Aufsichtsratschef von Conergy wird als Restrukturierungsvorstand berufen.

Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer: Weil Printprodukte immer weniger gefragt sind, bestellen immer weniger Verlage neue Druckmaschinen. dpa

Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer: Weil Printprodukte immer weniger gefragt sind, bestellen immer weniger Verlage neue Druckmaschinen.

MünchenNach Jahren des Sparens und des Stellenabbaus will der krisengeschüttelte Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer jetzt mit Hilfe eines Sanierungsexpertens das Ruder herumreißen. Andreas Pleßke werde am 1. Mai den Posten des Vorstands für Restrukturierungsaufgaben (CRO) übernehmen, teilte der Würzburger Konzern am Dienstag mit. Der 53 Jahre alte Anwalt, bisher Aufsichtsratschef des insolventen Solarkonzerns Conergy, soll bei Koenig & Bauer (KBA) ein bereits beschlossenes Programm zur Neuausrichtung umsetzen und den Vorstandschef entlasten. Das Unternehmen will weitere Jobs streichen und sich stärker auf neue Geschäftsfelder wie den Verpackungsdruck konzentrieren.

Der weltweit zweitgrößte Druckmaschinenhersteller nach Heidelberger Druck leidet wie die Konkurrenz darunter, dass das Internet klassischen Printmedien die Käufer abspenstig macht. Während Zeitungen und Zeitschriften Geld kosten, sind online viele Angebote zum Lesen und Stöbern kostenlos. Weil Printprodukte immer weniger gefragt sind, bestellen immer weniger Verlage neue Druckmaschinen. KBA schrieb 2013 tiefrote Zahlen.

An eine Erholung der Druckbranche glaubt der Konzern angesichts jahrelanger Dauerkrise nicht mehr. Nach dem Job-Kahlschlag der Vergangenheit sollen noch deutlich mehr als 1000 weitere Stellen wegfallen. Ende 2013 beschäftigte der Konzern rund 5300 Mitarbeiter. Um wieder auf die Füße zu kommen, wollen sich die Franken stärker auf Felder konzentrieren, wo sie Wachstumschancen sehen: Digital- und industrieller Kennzeichnungsdruck sowie das Bedrucken von Verpackungen aus Karton, Blech oder Glas. Spätestens 2016 will KBA wieder profitabel sein.

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Der neue Sanierungsvorstand solle den neuen Kurs „konsequent und zügig“ umsetzen, teilte das Unternehmen mit. Neue Maßnahmen über das bereits beschlossene Paket hinaus seien nicht geplant, sagte ein Konzernsprecher. Die Kosten für das zusätzliche Vorstandsmitglied seien bereits in den Ausgaben für die Sanierung eingeplant.

Pleßkes Mandat ist laut KBA zunächst bis 31. Oktober 2015 befristet, kann aber um sechs Monate verlängert werden. Der Druckmaschinenhersteller setzt auf die langjährige Managementerfahrung des Sanierers. Der promovierte Jurist und Wirtschaftswissenschaftler mit Kanzlei in München war in der Vergangenheit CRO beim Familienunternehmen Prym, das für seine Reißverschlüsse und Kurzwaren zum Nähen und Handarbeiten bekannt ist, aber auch die Textil-, Auto- und Elektronikbranche beliefert. Auf seiner Referenzliste findet sich auch der Flugzeug- und Maschinenbauer Grob. Pleßke kandidiert zudem für Aufsichtsratsposten beim Solarkonzern Solarworld und beim Modeunternehmen Tom Tailor Holding. Bei Conergy war ihm wenig Erfolg beschieden, der Konzern ist inzwischen zerschlagen.

Von

rtr

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