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20.01.2007

12:08 Uhr

DSK will Bergwerk schließen

3000 Steinkohle-Arbeitsplätze in Gefahr

Bei der RAG-Tochter Deutsche Steinkohle sind erneut Arbeitsplätze in Gefahr. Weil das Unternehmen im vergangenen Jahr seine Finanzziele nicht erreicht hat, könnte ein ganzes Bergwerk geschlossen werden. Doch das ist nicht das einzige Problem der DSK.

HB DÜSSELDORF. Im deutschen Steinkohlebergbau stehen Kreisen zufolge 3000 Arbeitsplätze auf der Kippe. Für Massenentlassungen bei den Kohle-Kumpeln könnte ein Finanzloch sorgen, dass nach Angaben aus mit dem Vorgang vertrauten Kreisen bei der Deutschen Steinkohle AG (DSK) entstanden ist. Die DSK gehört zum an die Börse strebenden Mischkonzern RAG.

Ein Sprecher der RAG sagte: „Die wirtschaftliche Lage bei unserer Tochter DSK macht uns große Sorge“. Er bezeichnete die Situation der DSK als „dramatisch“. Anfang Februar wolle der Aufsichtsrat der DSK in einer außerordentlichen Sitzung über Konsequenzen aus der Lage beraten.

Die Kosten der DSK hätten im vergangenen Jahr die bewilligten Subventionen um 163 Millionen Euro übertroffen, hieß es am Samstag von Insidern, die mit den Gesprächen zwischen der DSK und der Bundesregierung vertraut sind. Deshalb drohe die Schließung eines weiteren Bergwerks und der Verlust von 3000 Arbeitsplätzen bei der DSK. DSK-Chef Bern Tönjes habe die Zahlen bereits dem Bundeswirtschaftsministerium vorgelegt.

Bis 2012 seien zudem weitere Deckungslücken zu erwarten, die sich auf bis zu 2,5 Milliarden Euro summieren könnten. Der Bund wolle die Finanzierungslöcher nur ausgleichen, wenn es zu einem Beschluss zum Ausstieg aus der Förderung der Steinkohle komme, hieß es weiter. Sonst drohten unkalkulierbare Risiken. Die nordrhein-westfälische Landesregierung hatte bereits angekündigt, Kohle nicht unbefristet subventionieren zu wollen. Auch das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtete, im Bergbau könne es wegen des Finanzierungslochs bei der DSK zu Massenentlassungen kommen.

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