Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.04.2011

10:56 Uhr

Düngemittel

K+S plant Kalipreis-Erhöhung

Wegen der hohen Nachfrage erwägt der Salz- und Düngemittelspezialist K+S eine Preiserhöhung für Kali. Diese Ankündigung ließ die K+S-Aktie 1,4 Prozent gewinnen und machte den Konzern zum zeitweise größten Dax-Gewinner.

K+S könnte den Preis für Kali weiter erhöhen. Quelle: dpa

K+S könnte den Preis für Kali weiter erhöhen.

Merkers Der Salz- und Düngemittelspezialist K+S erwägt angesichts kräftiger Nachfrage weitere Preiserhöhungen für sein wichtigstes Produkt Kali. "Ich glaube nicht, dass irgendjemand im Handel in Deutschland daran denkt, dass es keine Preiserhöhung mehr gibt", sagte der Chef der Kali-Sparte, Joachim Felker, bei einer Veranstaltung unter Tage im Bergwerk Merkers in Thüringen.

Nach Ostern werde es eine neue Orientierung geben. Die Nachfrage der Großhändler sei in der Frühjahrsaison hoch. "Die Zuversicht in dem Geschäft ist wieder da", sagte Felker. K+S-Chef Norbert Steiner zufolge wird es aber keine Preisanhebung geben, bevor nicht die vorherige im Markt verarbeitet ist. "Wir werden das mit Augenmaß machen", betonte der Konzernchef.

An der Börse kam die Ankündigung gut an. Die im Dax notierte K+S-Aktie gewann 1,4 Prozent auf 53,73 Euro und war damit zeitweise größter Dax-Gewinner. Die Aussagen bestätigten die Einschätzung, dass die jüngste Anhebung um 18 Euro nicht die letzte gewesen sei, kommentierte das Brokerhaus Equinet. "Wir würden einen ähnlichen Schritt um 15 bis 20 Euro je Tonne erwarten, der der vorsichtigen Preisstrategie entspricht", schätzt Equinet.

Kali ist neben Stickstoff und Phosphat einer der Hauptbestandteile von Düngemitteln. K+S ist der weltweit viertgrößte Kali-Produzent. Nach vier Erhöhungen 2010 hatte der Kasseler Konzern im März angesichts steigender Preise für Weizen, Mais und andere Agrarprodukte den Preis für eine Tonne granuliertes Kaliumchlorid (MOP) um 18 auf 353 Euro angehoben. Dies ist K+S zufolge im Handel bereits komplett realisiert worden. Den Ergebnisausblick für das laufende Jahr, der eine deutliche Zunahme des operativen Konzerngewinns bei einem spürbaren Umsatzanstieg vorsieht, bestätigte der K+S-Chef.

Aufgrund der hohen Preise für Agrarprodukte lohnt es sich derzeit für die Landwirte, ihre Ernteerträge mit Düngemitteln weiter zu steigern. Die Düngemittelbranche profitiert zudem von der steigenden Lebensmittelnachfrage aus den Schwellenländern und dem Trend, dass Kulturpflanzen immer öfter auch zur Produktion von Biotreibstoff verwendet wird. K+S geht davon aus, dass der weltweite Kali-Absatz in den nächsten Jahren um etwa drei bis fünf Prozent pro Jahr wächst.

Seine eigenen Produktionsmengen wird K+S aber erst in einigen Jahren ab 2015 deutlich steigen können. Dann sollen die Vorkommen in der kanadischen Provinz Saskatchewan erschlossen sein, die durch die Übernahme des Konkurrenten Potash One in Kanada gesichert wurden. Die Produktion soll 2015 anlaufen. Der Konzern hatte die Übernahme von Potash One kürzlich abgeschlossen. Das Unternehmen wird nun als "K+S Potash Canada" geführt. Momentan liegt die Kapazitätsgrenze für K+S bei etwa sieben Millionen Tonnen Kali jährlich.

Das K+S-Management wies darauf hin, dass das Unternehmen die Förderung eines älteren Kali-Produkts stoppte, was Produktion kostete. Zudem will der Rohstoffkonzern mit Investitionen von insgesamt rund 360 Millionen Euro die Kali-Produktion im Bergbau an der Werra umrüsten, um die Salzabwässer dort deutlich zu reduzieren. Dadurch wird die Produktion zunächst gestört. Ist wieder ein normaler Rhythmus erreicht, sollen Kali-Mengen von etwa 7,3 oder 7,4 Millionen Tonnen möglich sein.

Der Verkaufsprozess für die Blumenerdesparte Compo läuft Steiner zufolge gut. Einige Interessenten prüften momentan die Bücher. "Ein Ergebnis sollte Mitte des Jahres vorliegen", sagte der Konzernchef. K+S hatte die Sparte im Juni 2010 zum Verkauf gestellt. Der Konzern ist dabei, sich in der Düngemittelsparte auf die Kali-Aktivitäten zu fokussieren. So sollen keine Gelder mehr für neue Stickstoff-Geschäfte fließen. "Wir werden nicht mehr in Stickstoff-Assets investieren", sagte Steiner.

K+S wird in dem Geschäft momentan noch von seiner ehemaligen Konzernmutter BASF mit Produkten versorgt. Der Vertrag mit BASF läuft noch bis Ende 2014. Allerdings will BASF große Teile seiner Düngemittelproduktion bis zum ersten Quartal 2012 verkaufen. K+S will die Anlagen nicht erwerben. BASF wolle die Aktivitäten an einen strategischen Investor verkaufen und dieser habe ein ganz eigenes Interesse, sagte Steiner. Was dieser dann damit mache, müsse abgewartet werden. K+S verfolge das mit "großer Aufmerksamkeit", sagte Steiner. Manche Analysten halten es für möglich, dass sich K+S vom Stickstoff-Geschäft trennt.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×