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18.10.2013

20:17 Uhr

Dürftige Nachfrage

Boeings erfolgloser Riesenvogel

Boeing muss die Produktion für seinen neuen Jumbo weiter herunterfahren. Die fehlende Nachfrage für ganz große Flugzeuge macht den Herstellern seit längerem Probleme. Der Hersteller hat dennoch weiter Vertrauen.

Eine Lufthansa Boeing 747-8: Auch der europäische Flugzeugbauer Airbus kämpft um Aufträge für sein doppelstöckiges Flaggschiff A380. dpa

Eine Lufthansa Boeing 747-8: Auch der europäische Flugzeugbauer Airbus kämpft um Aufträge für sein doppelstöckiges Flaggschiff A380.

EverettDas schwache Interesse der Fluglinien an dem neuen Boeing-Jumbo 747-8 zwingt den Hersteller erneut zum Handeln. Weil weitere Bestellungen seit Monaten weitgehend ausblieben, fährt der US-Konzern die Produktion seines größten Flugzeugmodells noch weiter herunter als bisher geplant. Bis 2015 soll die monatliche Produktion von 1,75 auf nur noch 1,5 Maschinen pro Monat sinken, teilte Boeing am Freitag in Everett (US-Bundesstaat Washington) mit. Erst im April hatte das Unternehmen eine Verringerung von 2 auf 1,75 Maschinen angekündigt.

Boeings beste Kunden im Jahr 2012

Platz 10

Air China - 14 ausgelieferte Flugzeuge

Besonders auf der Langstrecke vertraut die chinesische Airline auf die Boeing 777. Zuletzt unterschrieb die Airline einen Kaufvertrag für die 747-800.

Platz 9

China Southern - 15 ausgelieferte Flugzeuge

Seit Anfang 1990 setzt die chinesische Airline Boeing-Maschinen ein. Neben der 737 und der 767, sollen bald auch einige Boeing 777 in die Flotte aufgenommen werden.

Platz 8

Aviation Capital Group - 16 ausgelieferte Flugzeuge

Mit einer Bestellung von 60 Flugzeugen vom Typ 737 Max sorgte die Leasinggesellschaften für eine turbulenten Start ins Jahr. Bereits im Vorjahr gehörte das US-Unternehmen zu den Großkunden von Boeing.

Platz 7

Emirates - 17 ausgelieferte Flugzeuge

Mit ihrem erfolgreichen Expansionskurs setzten die arabischen Airlines ihre europäische Konkurrenz unter Druck. Durch einen Riesenauftrag über 60 neue 777 gehört auch Boeing zu den Profiteuren.

Platz 6

All Nippon Airways - 19 ausgelieferte Flugzeuge

Die Japaner waren die erste Fluggesellschaft, die den "Dreamliner" in die Flotte aufnehmen durfte.

Platz 5

GECAS - 20 ausgelieferte Flugzeuge

Die Flugzeugleasingsparte von General Electrics gehört ebenfalls zu den Großkunden. Durch einen Auftrag über 100 Boeing 737 dürfte sich daran in den nächsten Jahren nichts ändern.

Platz 4

Ryanair - 20 ausgelieferte Flugzeuge

Der irische Billigflieger droht zwar immer wieder damit, zu anderen Flugzeugherstellern zu wechseln. Bisher besteht die Flotte aber ausschließlich aus Flugzeugen vom Typ Boeing 737.

Platz 3

Lion Air - 22 ausgelieferte Flugzeuge

Ein 22-Milliarden-Dollar-Auftrag der indonesischen Airline ließ die Branche im Februar 2012 aufhorchen. Auch die Südostasiaten setzen auf die 737.

Platz 2

American Airlines - 25 ausgelieferte Flugzeuge

Die amerikanische Airline mit den Silberpfeilen muss dringend ihre Flotte modernisieren und setzt auf Flugzeuge aus der Heimat.

Platz 1

Southwest Airlines - 25 ausgelieferte Flugzeuge

Gleichauf liegt Konkurrent Southwest, der seine Flotte mit 208 neuen Boeing 737 aufrüsten will und dafür die stolze Summe von 19 Milliarden Dollar investiert.

„Auch wenn wir die Produktionsrate anpassen, ändert das nichts an unserem Vertrauen oder unserem Bekenntnis zu diesem Flugzeugprogramm“, sagte der zuständige Manager für die 747-8, Eric Lindblad. Zuletzt hatte es Gerüchte gegeben, denen zufolge Boeing über ein Ende der Jumbo-Produktion nachdenke. Von den 107 fest bestellten Passagier- und Fracht-Jumbos der Generation 747-8 sind bereits 56 ausgeliefert.

Die fehlende Nachfrage für ganz große Flugzeuge macht den Herstellern seit längerem Probleme. So ringt der europäische Flugzeugbauer Airbus um Aufträge für sein doppelstöckiges Flaggschiff A380. Kleinere Langstreckenmaschinen und Mittelstreckenjets wie die Boeing 737 und der Airbus A320 verkaufen sich hingegen glänzend.

Von

dpa

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