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23.02.2017

11:40 Uhr

Dürr

Maschinenbauer plant vorsichtig für 2017

Der Anlagenbauer Dürr hat die Materialkosten gesenkt und das Servicegeschäft ausgebaut. Obwohl der Umsatz fiel, konnten die Schwaben ihren Nettogewinn steigern. Trotzdem will der Konzern für 2017 vorsichtig planen.

Börsenausblick

Dax zieht sich zurück – Dürr Ausblick zurückhaltend

Börsenausblick: Dax zieht sich zurück – Dürr Ausblick zurückhaltend

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Bietigheim-BissingenDer Anlagenbauer Dürr hat 2016 von gesunkenen Materialkosten und einem Ausbau des lukrativen Service-Geschäfts profitiert. Trotz eines Umsatzrückgangs kletterte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 1,3 Prozent auf 271,4 Millionen Euro, wie der Hersteller von Lackieranlagen am Donnerstag mitteilte. Der Nettogewinn legte dank niedrigerer Steuern und einer geringeren Finanzbelastung sogar um 12,8 Prozent auf 187,8 Millionen Euro zu. Der Umsatz schrumpfte 2016 dagegen um 5,1 Prozent auf 3,57 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte Dürr ungewöhnlich hohe Erlöse mit Lackieranlagen erzielt.

„Für 2017 erwarten wir aus heutiger Sicht eine stabile Entwicklung, allerdings fällt die Prognose angesichts der politischen Unwägbarkeiten schwerer als in den Vorjahren“, sagte Dürr-Chef Ralf Dieter. Einen Umsatzrückgang schließt er im laufenden Jahr nicht aus, Anlagenbauer Dürr hat 2016 von gesunkenen Materialkosten und einem Ausbau des lukrativen Service-Geschäfts profitiert.

Chancen und Risiken des deutschen Maschinenbaus

Rückgrat der deutschen Wirtschaft

Mit mehr als einer Million Beschäftigten gilt der Maschinen- und Anlagenbau als größter industrieller Arbeitgeber in Deutschland. Doch die Zeit rasanter Zuwächse scheint für die mittelständisch geprägte Schlüsselindustrie erst einmal vorbei. Die Branche sieht sich einem Mix aus Chancen und Problemen gegenüber.

Quelle: dpa

Bremseffekt China

Die Schwäche wichtiger Märkte wie China bremst die extrem exportorientierten Maschinen- und Anlagenhersteller erheblich, denn das Riesenreich ist ein gewaltiger Absatzmarkt für Maschinen „Made in Germany“. Doch die Zeiten zweistelliger Wachstumsraten der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt sind vorbei. So rechnet der Branchenverband VDMA mit einen Ausfuhr-Rückgang um 6 Prozent auf gut 16 Milliarden Euro im Jahr 2015.

Bremseffekt Russland

Die seit 2014 wirksamen Sanktionen gegen Putins Reich haben in den Bilanzen der deutschen Maschinenbauer deutliche Spuren hinterlassen. 2015 sollte der Maschinen-Export dorthin nach Schätzungen nur noch rund 5 Milliarden Euro betragen, fast 3 Milliarden Euro weniger als zwei Jahre zuvor. In der Tabelle der Exportmärkte fiel Russland von Rang 4 auf Platz 10 zurück.

Entlastung und Risiko Ölpreis (1)

Der Absturz des Ölpreises senkt die Energiekosten bei der Produktion. Zugleich setzt er die Ölindustrie als Kunden der Maschinenbauer unter Druck. Die Folge: Investitionen werden verschoben. Komplizierte und daher teure Förderprojekte werden auf Eis gelegt.

Entlastung und Risiko Ölpreis (2)

Das Wartungsgeschäft entwickle sich dagegen robust, sagte Siemens-Chef Joe Kaeser jüngst. Weil der Verbrauch steige, müsse mehr Öl durch Pipelines gepumpt werden, wovon Siemens mit Ersatzteilen für Pumpen und Kompressoren profitieren könne. Siemens hatte 2014 den US-Kompressorenhersteller Dresser-Rand gekauft.

Rückenwind Euro

Durch den Kurs-Rückgang der Gemeinschaftswährung werden deutsche Produkte auf dem Weltmarkt tendenziell billiger. Das kann die Nachfrage ankurbeln. Insbesondere auf dem US-Markt sind deutsche Maschinen dadurch preislich im Moment sehr konkurrenzfähig. Auch im Euro-Binnenmarkt lief es zuletzt wegen des Nachholbedarfs besser.

Hoffnung Iran

Das Land hat nach dem Ende der Sanktionen großen Nachholbedarf, es fehlt überall an modernen Maschinen, Anlagen und Komponenten. Daher hofft die Branche auf steigende Nachfrage aus dem traditionell eng mit der deutschen Wirtschaft verknüpften Land. Wichtig ist dabei aus Sicht der Maschinenbauer ein sicheres Finanzwesen - ohne das Risiko, für am Ende doch nicht erlaubte Geschäfte belangt zu werden, etwa von US-Behörden. Der niedrige Ölpreis limitiert zudem die Finanzen der Islamischen Republik, wo auch Konkurrenten wie Frankreich, Italien und China unterwegs sind.

Hoffnung TTIP (1)

In den Verhandlungen zwischen den USA und der Europäischen Union ist dem Maschinenbau ein eigenes Kapitel vorbehalten. Der VDMA verspricht sich einen deutlich verbesserten Zugang zum US-Markt. Die Zölle für Einfuhren seien zwar prozentual eher niedrig, belaufen sich laut Verbandsschätzung für den Maschinenbau aber trotzdem auf hunderte Millionen Euro im Jahr.

Hoffnung TTIP (2)

Noch wichtiger wäre den Unternehmen der Wegfall anderer Handelshemmnisse, wenn es zum Beispiel um unterschiedliche Normen für Stecker, Kabel oder Gewinde geht. Derzeit verteuere die Umrüstung und notwendige Zertifizierung in den USA die deutschen Produkte um 5 bis 20 Prozent.

Hoffnung Afrika

Der afrikanische Kontinent gilt trotz aller Probleme als wachsender Exportmarkt mit Zukunft. Vor allem Länder südlich der Sahara streben nach VDMA-Einschätzung danach, Technologie für den eigenen wirtschaftlichen Fortschritt und die Etablierung einer verarbeitenden Industrie einzukaufen. Man wolle die eigenen Bodenschätze und Agrarprodukte im Land selbst verarbeiten. Allerdings ist bei den dafür notwendigen Maschinen die Konkurrenz groß: Vor allem die Chinesen haben sich große Marktanteile gesichert, aber auch Italien und die USA lagen zuletzt vor den deutschen Anbietern.

Trotz eines Umsatzrückgangs kletterte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 1,3 Prozent auf 271,4 Millionen Euro, wie der Hersteller von Lackieranlagen am Donnerstag mitteilte. Der Nettogewinn legte dank niedrigerer Steuern und einer geringeren Finanzbelastung sogar um 12,8 Prozent auf 187,8 Millionen Euro zu. Der Umsatz schrumpfte 2016 dagegen um 5,1 Prozent auf 3,57 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte Dürr ungewöhnlich hohe Erlöse mit Lackieranlagen erzielt.

„Für 2017 erwarten wir aus heutiger Sicht eine stabile Entwicklung, allerdings fällt die Prognose angesichts der politischen Unwägbarkeiten schwerer als in den Vorjahren“, sagte Dürr-Chef Ralf Dieter. Einen Umsatzrückgang schließt er im laufenden Jahr nicht aus, die Erlöse dürften zwischen 3,4 und 3,6 Milliarden Euro liegen. Die Profitabilität dürfte sich hingegen erhöhen, die Ebit-Marge werde sich auf 7,5 bis 8,25 (2016: 7,6) Prozent weiter verbessern. Dabei profitiert Dürr auch vom Verkauf des Werkstückreinigers Ecoclean an die chinesische SBS Group, der im laufenden Jahr einen Sonderertrag von rund 25 Millionen Euro in die Kassen spült. 2016 erzielte Ecoclean mit rund 850 Mitarbeitern einen Umsatz von knapp 200 Millionen Euro - diese Erlöse werden künftig in der Bilanz fehlen.

Von dem Gewinnanstieg 2016 sollen auch die Eigner profitieren. Auf Basis des Rekordergebnisses werde der Vorstand dem Aufsichtsrat eine Dividendenerhöhung vorschlagen, erklärte Dürr. 2015 hatte das Unternehmen aus Bietigheim-Bissingen bei Stuttgart 1,85 Euro je Aktie ausgeschüttet. die Erlöse dürften zwischen 3,4 und 3,6 Milliarden Euro liegen. Die Profitabilität dürfte sich hingegen erhöhen, die Ebit-Marge werde sich auf 7,5 bis 8,25 (2016: 7,6) Prozent weiter verbessern. Dabei profitiert Dürr auch vom Verkauf des Werkstückreinigers Ecoclean an die chinesische SBS Group, der im laufenden Jahr einen Sonderertrag von rund 25 Millionen Euro in die Kassen spült. 2016 erzielte Ecoclean mit rund 850 Mitarbeitern einen Umsatz von knapp 200 Millionen Euro - diese Erlöse werden künftig in der Bilanz fehlen.

Von dem Gewinnanstieg 2016 sollen auch die Eigner profitieren. Auf Basis des Rekordergebnisses werde der Vorstand dem Aufsichtsrat eine Dividendenerhöhung vorschlagen, erklärte Dürr. 2015 hatte das Unternehmen aus Bietigheim-Bissingen bei Stuttgart 1,85 Euro je Aktie ausgeschüttet.

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rtr

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