Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.08.2016

15:26 Uhr

Dürr-Tochter Ecoclean

Anlagenbauer verkauft Reinigungssparte an Chinesen

Der Maschinenbauer Dürr verkauft seine profitable Reinigungssparte Ecoclean an die chinesische Shenyang Blue Silver Group. In der Dürr-Bilanz macht sich der Verkauf positiv bemerkbar.

Der Verkaufspreis der Reinigungssparte ist höher als die Bewertung der Sparte in den Dürr-Büchern. dpa

Dürr verkauft Ecoclean

Der Verkaufspreis der Reinigungssparte ist höher als die Bewertung der Sparte in den Dürr-Büchern.

Bietigheim-BissingenDer Anlagenbauer Dürr verkauft seine Reinigungssparte Ecoclean an ein chinesisches Unternehmen. Der Maschinenbauer Shenyang Blue Silver Group (SBS) übernehme wohl zum Jahresende 85 Prozent der Anteile, teilte Dürr am Montag mit. Dürr bleibt nach der Transaktion mit 15 Prozent beteiligt. Der Verkaufspreis dürfte dem Unternehmen zufolge bei etwa 120 Millionen Euro liegen. Dürr Ecoclean hat 850 Mitarbeiter - knapp sechs Prozent der Dürr-Gesamtbelegschaft. Für die 450 Mitarbeiter in Deutschland gibt es bis Ende 2019 eine Jobgarantie.

Die Zustimmung chinesischer Behörden steht noch aus, sie gilt als Formalie. Hintergrund des Verkaufs ist der hohe Wettbewerbsdruck bei der industriellen Reinigung von Motoren und anderen Geräten in Fabriken. SBS hat den Angaben zufolge 700 Beschäftigte bei einem Jahresumsatz von umgerechnet gut 200 Millionen Euro – etwa gleich viel wie bisher Dürr Ecoclean. Der Betrieb der nun veräußerten Sparte war profitabel: Die Dürr-Tochter brachte es zuletzt auf eine Vorsteuer-Gewinnmarge (Ebit-Marge) von sechs Prozent, dieser Anteil bleibt nach Abzug der Kosten und vor Zinsen und Steuern übrig.

Diese deutschen Firmen gehören jetzt Chinesen

Putzmeister

Der Betonpumpen-Weltmarktführer Sany Heavy Industry übernimmt im Januar 2012 das schwäbische Unternehmen für gut 320 Millionen Euro.

Kiekert

Der Pekinger Automobilzulieferer Lingyun übernimmt 2012 den Weltmarktführer für Pkw-Schließsysteme aus Heiligenhaus (NRW).

Schwing

Die Xuzhou Construction Machinery Group (XCMG) wird im April 2012 Mehrheitseigener des westfälischen Betonpumpenherstellers. Der Verkaufspreis des Herner Unternehmens soll bei rund 300 Millionen Euro liegen.

Kion

2012 steigt der chinesische Nutzfahrzeugproduzent Weichai Power beim Gabelstaplerhersteller Kion ein. Die Chinesen kaufen zunächst für 467 Millionen Euro 25 Prozent an Kion und steigern 2015 ihren Anteil auf 38,25 Prozent. Außerdem erhält der Investor für 271 Millionen Euro eine Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent an der Hydrauliksparte Kions.

Solibro

Das insolvente Solarunternehmen Q-Cells vereinbart im Juni 2012 den Verkauf seiner Tochterfirma mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen an die Pekinger Hanergy Holding Group.

Sunways

Der Konstanzer Photovoltaik-Konzern ging 2012 zum Schnäppchenpreis an den chinesischen Solarriesen LDK Solar. Doch 2013 und 2014 reichte Sunways jeweils einen Insolvenzantrag ein. Teile des Unternehmens wurden in der Folge an den chinesischen Solarkonzerns Shunfeng verkauft.

Tailored Blanks

Der Industriegüterkonzern Thyssen-Krupp schließt 2013 den Verkauf seiner Tochter an den chinesischen Stahlkonzern Wuhan Iron and Steel (Wisco) ab. Zum Preis machen beide Seiten keine Angaben.

Koki Technik Transmission Systems

Das chinesische Unternehmen Avic Electromechanical Systems (Avicem) – eine Tochter der staatlichen Unternehmensgruppe Aviation Industry Corporation of China (Avic) – übernimmt 2014 den sächsischen Autozulieferer. Ein Kaufpreis wird nicht genannt.

Hilite

Avic übernimmt 2014 für 473 Millionen Euro den deutschen Autozulieferer.

Krauss-Maffei

Im Januar 2016 verkauft Onex den Münchener Spezialmaschinenbauer Krauss-Maffei an ein Konsortium um die staatliche National Chemical Corporation (Chemchina). Der größte Chemiekonzern des Landes zahlt 925 Millionen Euro für den traditionsreichen Hersteller von Spritzgießmaschinen für die Kunststoff- und Gummi-Verarbeitung.

EEW

Die chinesische Holding Beijing Enterprises kauft im Februar 2016 den Abfallkonzern EEW Energy from Waste aus Helmstedt für 1,438 Milliarden Euro. Verkäufer ist der schwedische Investor EQT. EEW hat nach eigenen Angaben 1050 Mitarbeiter. Die 18 Anlagen der Gruppe können jährlich rund 4,7 Millionen Tonnen Abfall zu Energie machen und umweltschonend beseitigen. Die Fabriken erzeugen Prozessdampf für Industriebetriebe, Fernwärme für Wohngebiete und Strom für umgerechnet rund 700.000 Haushalte.

Manz

Die Shanghai Electric Group steigt im Frühjahr mit Anteilen von etwa 20 Prozent bei dem angeschlagenen Maschinenbauer ein.

Kuka

Das Augsburger Unternehmen Kuka baut nicht nur Roboter, sondern ist auch Systemanbieter rund um die digital vernetzte Industrie. Der chinesische Midea-Konzern hat Kuka ein Übernahmeangebot im Umfang von 4,5 Milliarden Euro gemacht und mit dessen Hilfe knapp 95 Prozent der Kuka-Anteile übernommen.

In der Dürr-Bilanz macht sich der Verkauf positiv bemerkbar. Da der Verkaufspreis höher ist als die Sparte in den Dürr-Büchern bisher bewertet wird, macht der Konzern nach eigenen Angaben einen Gewinn im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×