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07.07.2016

00:30 Uhr

Dupont

Chemiekonzern soll Millionen für Krebsfall zahlen

Bei der Teflon-Herstellung soll der US-Chemiekonzern Dupont jahrzehntelang den giftigen Stoff PFOA verwendet haben. Nun sprach ein Gericht einem krebskranken Kläger Millionen zu – und es gibt Tausende weitere Klagen.

Wendepunkt im Chemikalienstreit? Der US-Konzern DuPont hat vor Gericht gegen einen Krebskranken verloren. Reuters

DuPont-Waggons

Wendepunkt im Chemikalienstreit? Der US-Konzern DuPont hat vor Gericht gegen einen Krebskranken verloren.

New YorkDer BASF -Rivale Dupont soll einem Gerichtsurteil zufolge 5,1 Millionen Dollar an einen US-Bürger zahlen, der nach Kontakt mit einem Stoff aus der Teflon-Herstellung an Hodenkrebs erkrankt sein soll. Der amerikanische Chemiekonzern muss sich in mehr als 3400 weiteren Klagen ähnlichen Vorwürfen stellen.

Die Geschworenen im Bundesstaat Ohio fällten ihr Urteil am Mittwoch nach einem fünfwöchigen Verfahren. Ein Dupont-Sprecher nahm dazu nicht Stellung. Die Kosten soll allerdings das kürzlich abgespaltene Unternehmen Chemours übernehmen.

Eine Chemours-Sprecherin kündigte Berufung an und erklärte, man behalte sich vor, Dupont bei der Frage der Haftung zu widersprechen. Chemours-Aktien fielen um regulären New Yorker Handel um mehr als 22 Prozent, Dupont-Titel um fast 1,8 Prozent.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Hintergrund ist der Vorwurf, Dupont habe jahrzehntelang den Stoff C8 (auch bekannt als PFOA oder Perfluoroctansäure) in einem Werk im nahe gelegenen Bundesstaat West Virginia verwendet, obwohl die Giftigkeit bekannt gewesen sei. Die Chemikalie wurde im Grundwasser nachgewiesen.

Viele der Klagen wurden von Anwohnern eingereicht, die an eine der sechs bekannten von C-8 ausgelösten Krankheiten leiden sollen. Das Urteil vom Mittwoch gilt als richtungsweisend für die Summen, die in den weiteren Fällen gezahlt werden könnten. Darüber hinaus drohen Strafzahlungen.

Von

rtr

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