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03.06.2014

14:30 Uhr

Durch Gas-Boom in USA

Linde und BASF setzen auf neue Geschäfte

Der Schiefergas-Boom in den USA macht vielen Unternehmen Hoffnung: Deshalb setzen der Chemieriese BASF und der Industriegase-Konzern Linde auf neue Geschäfte – mit einem neuen Verfahren zur Butadien-Gewinnung.

Zusammen mit dem Industriegase-Konzern Linde will der Chemieriese BASF vom Schiefergas-Boom in den USA profitieren. Reuters

Zusammen mit dem Industriegase-Konzern Linde will der Chemieriese BASF vom Schiefergas-Boom in den USA profitieren.

FrankfurtDer Chemieriese BASF und der Industriegase-Konzern Linde versprechen sich neue Geschäfte durch den Schiefergas-Boom in den USA. Zusammen wollen beide Unternehmen Verfahren für die Herstellung der Grundstoffchemikalie Butadien aus dem Erdgas-Produkt Butan entwickeln, wie Linde und BASF am Dienstag mitteilten. Butadien wird unter anderem zur Kunststoff-Produktion und zur Herstellung von synthetischem Kautschuk für Autoreifen benötigt. Die Chemikalie wird in großen petrochemischen Basisanlagen – so genannten Crackern – als ein Nebenprodukt erzeugt.

Aktuell wird zur Herstellung von Butadien in Crackern fast ausschließlich Rohbenzin (Nafta) als Ausgangsstoff genutzt. In den USA laufen Cracker-Anlagen aber zumeist auf Erdgas-Basis und auch aktuell geplante Chemie-Großanlagen dort wollen günstiges Erdgas als Ausgangsstoff nutzen. BASF und Linde erwarten daher, dass neue Verfahren zur Gewinnung von Butadien aus dem Erdgas-Produkt Butan zunehmend gefragt werden. Linde zählt im Großanlagenbau zu den Experten für Petrochemie-Anlagen. Erst am Montag hatten die Münchener mitgeteilt, zusammen mit der Firma Siluria Technologies aus San Francisco ein Verfahren zur Großproduktion von Ethylen aus Erdgas zur Marktreife zu bringen.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Wegen des Schiefergas-Booms verlagern immer mehr Unternehmen der Chemieindustrie ihre Produktion in die USA. BASF kündigte Anfang Mai an, für eine Rekordinvestition von voraussichtlich mehr als eine Milliarde Euro eine neue petrochemische Großanlage an der US-Golfküste zu errichten. Die geplante Großanlage soll aus Erdgas Propylen herstellen, einen wichtigen chemischen Grundstoff für Autolacke, Waschmittel und Superabsorber für Windeln. Für BASF ist das die bislang größte Einzelinvestition.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

03.06.2014, 16:49 Uhr

Mein erster Gedanke beim Lesen des Titels war: es ist eben das bekannte "dumb" German Money, das immer dann in die USA fließt, wenn die Einheimischen verzweifelt einen Dummen suchen, der ihnen die "Werte" ihres momentanen Schneeballsystems abkauft. Kann man so seit rund 10-20 Jahren immer wieder beobachten.

Zum Glück für die beiden Firmen ist es aber nicht so, sondern sie wollen nur das Gas nutzen um Chemie damit zu machen und nicht selber zu bohren anfangen.

Der Shale-Gas-Boom der USA trägt sich wirtschaftlich nämlich nicht - die Förderunternehmen machen keine Gewinne, selbst nicht bei den derzeitig relativ hohen Ölpreisen (als Preis-Referenz) und zwar weil die Gasquellen schneller erschöpft sind als ursprünglich angenommen. Daher müssen diese Firmen ständig neue bohren, und bohren und bohren ... um noch statistisch steigende Gasförderung vorweisen zu können, damit das Ponzischema mit Aufdruck "Wachstumsmarkt" aufrechterhalten werden kann - bis eben das ausländische bzw. (das besonders beliebte) deutsche "Dumb Money" die einheimischen Investoren "ablöst" - bevor der Schwindel auffliegt.

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