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12.08.2017

09:19 Uhr

E-Autos

Bolivien will Lithium-Batterien produzieren

Lithium ist für leistungsfähige Batterien in E-Autos unverzichtbar. In Bolivien befinden sich unter einem Salzsee riesige Reserven des wertvollen Rohstoffs. Ein deutsches Unternehmens soll nun bei der Förderung helfen.

Im Salzsee von Uyuni gibt es seit längerem eine Anlage zur großindustriellen Lithiumkarbonat-Gewinnung dpa

„Weißes Gold“

Im Salzsee von Uyuni gibt es seit längerem eine Anlage zur großindustriellen Lithiumkarbonat-Gewinnung

La Paz Mit vier Pilotprojekten will Bolivien in den Zukunftsmarkt der für Elektro-Autos benötigten Lithium-Batterien einsteigen - auch mit Know-how aus Thüringen. Bolivien habe in einer ersten Phase rund 20 Millionen US-Dollar in die Pilot-Fabriken investiert, sagte der politische Direktor des nationalen Lithiumprogramms, Juan Carlos Montenegro.

Präsident Evo Morales will zur späteren Produktion von Batterien im großen Stil im Salzsee von Uyuni eine Anlage zum Abbau von Lithium bauen lassen. Damit sollen pro Jahr 30 000 Tonnen Lithiumkarbonat gewonnen werden - geplant wird diese Anlage vom Thüringer Unternehmen K-Utec. „Wir werden eine große Lithium-Industrie aufbauen, über 800 Millionen Dollar stehen dafür bereit“, hatte Präsident Morales der Deutschen Presse-Agentur im Juni gesagt.

So weit kommen Elektroautos

Nissan Leaf

Das meistverkaufte Elektroauto hat derzeit noch eine Reichweite von 250 Kilometern. Mit neuer Batteriegeneration soll bald die 500er-Marke geknackt werden.

VW E-Golf

Das kompakte Elektroauto von VW ist keine Neuentwicklung, sondern setzt auf die Architektur des Verbrenners. Die Reichweite beträgt 300 Kilometer.

BMW i3

Der BMW i3 hat gerade eine neue Batterie bekommen. Damit steigt die Reichweite des Carbon-Flitzers von 190 auf 300 Kilometer.

Renault Zoe

Niemand verkauft in Deutschland mehr Elektroautos als die Franzosen. Auf dem Autosalon hat der Bestseller eine neue Batterie bekommen. Die reicht nun für 400 Kilometer Reichweite.

Kia Soul EV

Die Koreaner hinken mit dem Soul EV etwas hinterher. Aktuell kommt das Modell noch auf eine Reichweite von 212 Kilometern.

Opel Ampera-e

Mit einer Reichweite von 500 Kilometern ist der Opel Ampera-e derzeit im Kleinwagen-Segment unangefochtene Nummer Eins.

Hyundai Ioniq

Die Mittelklasselimousine aus Korea punktet mit einer neuen Architektur, und fährt rein elektrisch 280 Kilometer weit.

Tesla Model S

Das Model S bleibt in puncto Reichweite bislang unerreicht. Die Oberklasse-Limousine fährt bis zu 613 Kilometer elektrisch - kostet dann allerdings auch mehr als 100.000 Euro.

Tesla Model X

Das SUV von Tesla kommt auf einen etwas schlechteren Luftwiderstand als die Limousine. Das lässt die maximale Reichweite auf 542 Kilometer schrumpfen. Das ist aber immer noch ein ziemlich guter Wert.

Lithium gilt als Rohstoff der Zukunft. Das „weiße Gold“ wird für Batterien von Elektro-Autos, Akkus von Mobiltelefonen und auch in der Medizintechnik verwendet. Zuletzt war der Weltmarktpreis für Lithium explodiert, auf bis zu 13 000 Dollar für die Tonne Lithiumkarbonat.

Bisher spielt Bolivien keine Rolle in der Förderung, Weltmarktführer ist Chile mit Reserven von 7,5 Millionen Tonnen. Aber Bolivien hat noch größere Reserven, geschätzt mehr als neun Millionen Tonnen.

Im Salzsee von Uyuni gibt es seit längerem eine Lithium-Pilotanlage - die Anlage zur großindustriellen Lithiumkarbonat-Gewinnung und die Fabriken zur Batterieproduktion sollen mit internationalen Partnern betrieben werden. Auf rund 40 Quadratkilometern entsteht im Salzsee von Uyuni derzeit ein großer Industrie - und Rohstoffabbau-Komplex. Eine Anlage zur Produktion von Kaliumchlorid, das für den Düngemitteleinsatz gebraucht wird, soll Anfang 2018 in Betrieb gehen.

Von

dpa

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