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02.02.2007

08:58 Uhr

„E wie einfach“ für Gas und Strom

Eon unterbietet die Stadtwerke

Mit einem neuen Billigangebot für Strom und Gas greift Eon im ganzen Bundesgebiet die örtlichen Regionalversorger an. Mit einer neuen Vertriebsgesellschaft will Eon den jeweiligen örtlichen Grundversorger bei Strom grundsätzlich um einen Cent unterbieten. Doch billig heißt nicht immer am billigsten.

Mit seinem neuen Billigangebot bei der Stromversorgung könnte Eon dem Wettbewerb auf dem Markt neue Impulse geben. Foto: AP ap

Mit seinem neuen Billigangebot bei der Stromversorgung könnte Eon dem Wettbewerb auf dem Markt neue Impulse geben. Foto: AP

juf/HB KÖLN. Eon greift mit einem neuen Angebot für Strom und Gas Kommunalversorger im ganzen Bundesgebiet an. Der Konzern präsentierte am Donnerstag eine neue Direktvertriebsgesellschaft, die mit dem Slogan „E wie einfach“ über Internet und Telefon Kunden akquirieren soll. Sie verspricht in jeder Region günstiger zu sein als der jeweilige Standardtarif des örtlichen Versorgers. Im Schnitt werde die Ersparnis zwischen fünf bis sechs Prozent liegen – in Einzelfällen aber auch höher, erklärte das Unternehmen.

Eon garantiert, die veröffentlichten Tarife der jeweiligen Kommunalversorger beim Strom um einen Cent je Kilowattstunde (KWh) und beim Gas zwei Cent pro Kubikmeter (0,24 Cent je KWh) zu unterbieten. Zum Vergleich: Nach Daten des Branchenblattes „Energie-Informationsdienstes“ (EID) bezahlte ein repräsentativer Haushalt zuletzt 19,83 Cent je KWh Strom und 6,2 Cent je KWh Gas – inklusive Steuern.

Das Angebot von Eon bezieht sich jeweils auf den Standardtarif, also nicht auf Sonderangebote der Kommunalversorgern. Nach Angaben des Energiekonzerns sind davon aber bei Strom 60 Prozent der Kunden und bei Gas fast alle betroffen. Die neue Eon-Tochter garantiert zudem die Preise zu deckeln: Sie gelten bei Strom für zwei Jahre und bei Gas für ein Jahr. Sollte der Tarif des konkurrierenden Versorgers sinken, will auch Eon die Preise nach unten anpassen.

Holger Krawinkel, Energieexperte des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (VZBV) begrüßt grundsätzlich, dass Eon die Vorreiterrolle einnimmt: „Für die Verbraucher wird es durchgängig günstiger – das ist positiv.“ Er rät aber dennoch den Kunden abzuwarten, weil weitere Anbieter folgen dürften. „Eon bietet eine Ersparnis von fünf bis acht Prozent, wir sehen das Potenzial für Senkungen aber zwischen 15 und 16 Prozent.“ Kritisch sehen Verbraucherschützer, dass Eon seine starke Position als Stromproduzent und Gasimporteur ausspielt, um seine Marktmacht im Vertrieb auszubauen.

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