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11.01.2011

07:33 Uhr

EADS

Arnauld Lagardère will sich profilieren

VonHolger Alich, Astrid Dörner

Arnauld Lagardère hat sich nie sonderlich für das Rüstungsgeschäft interessiert, das sein Vater Jean-Luc aufgebaut und im Jahr 2000 in den deutsch-französischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS eingebracht hat. Dennoch meldet der 49-jährige Erbe in diesen Tagen seine Machtansprüche bei EADS an, an dem sein Konzern noch 7,5 Prozent hält.

Quelle: dpa

Wie geplant soll im Jahr 2012 der Board-Vorsitz vom deutschen Anteilseigner Daimler an den französische Teilhaber Lagardère übergehen. Die Leitung würde Arnauld Lagardère selbst übernehmen, das kündigte er jetzt im "Figaro" an. Beobachter wundern sich: Denn die Entscheidung über das EADS-Organigramm steht erst in anderthalb Jahren an - und wer dann was bei EADS wird, entscheiden der Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Zudem ist unsicher, wer 2012 in Frankreich das Sagen haben wird - denn im Mai wird ein neuer Präsident gewählt. Daher reagierte Daimler-Boss Dieter Zetsche gelassen auf die Machtansprüche von Lagardère, auf die er auf der Motorshow in Detroit angesprochen wurde: "Es ist anderthalb Jahre zu früh. Deshalb habe ich auch nichts zu bewerten."

Lagardères Frühstart dürfte weniger mit EADS zusammenhängen als mit seinem eigenen Ego. Seit er 2003 die Geschäfte von seinem verstorbenen Vater übernommen hat, kämpft er darum, als Unternehmerpersönlichkeit ernst genommen zu werden. Und der Board-Vorsitz bei EADS bringt Prestige mit sich. Allerdings tut Lagardère wenig, seinen Machtanspruch mit Taten zu untermauern; den letzten EADS-Hauptversammlungen etwa blieb er fern. Daher hat der Erbe sogar in Frankreich kaum Fürsprecher.

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