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19.09.2012

19:22 Uhr

EADS/BAE-Fusionspläne

Berlin sucht gemeinsamen Nenner mit Paris

Deutschland und Frankreich suchen eine gemeinsame Haltung zu dem geplanten Deal zwischen EADS und BAE. Unterdessen macht EADS-Chef Tom Enders in einem Brief den Mitarbeitern seines Konzerns die Fusion schmackhaft.

Ein Zusammenschluss von EADS und BAE berührt hochsensible sicherheits-, industrie- und technologiepolitische Fragen. dpa

Ein Zusammenschluss von EADS und BAE berührt hochsensible sicherheits-, industrie- und technologiepolitische Fragen.

BerlinDeutschland und Frankreich suchen eine gemeinsame Haltung zu den Fusionsplänen des Luftfahrtkonzerns EADS mit dem britischen Rüstungskonzern BAE Systems. Kanzlerin Angela Merkel sagte am Mittwoch, das Thema werde sicher auch bei ihrem Treffen mit Frankreichs Präsident Francois Hollande am Samstag in Ludwigsburg zur Sprache kommen.

Schon zuvor wollen Vertreter beider Länder ausloten, wie und welche Interessen man gemeinsam durchsetzen kann, verlautete aus Koalitionskreisen. In den Unionsparteien wie in der SPD wurden Stimmen laut, die ohne die Absicherung von Jobs, Standorten und High-Tech-Kapazitäten in Deutschland keinen Raum für ein Ja zur Fusion sehen. Zudem wird staatlicher Einfluss auf die Fusionsgesellschaft sowie ein deutscher Sitz für einen zentralen Konzernteil gefordert.

Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS verfügt in Deutschland über 29 Standorte mit fast 50.000 Beschäftigten. Im Falle einer Fusion mit der britischen BAE Systems entstünde ein neuer globaler Branchenprimus mit einem Umsatz von rund 72 Milliarden Euro und weltweit gut 220.000 Beschäftigten.

Die beiden fusionswilligen Unternehmen haben die betroffenen Regierungen in Berlin, Paris und London um ihre Zustimmung gebeten. Ein Grund dafür ist, dass ein solcher Zusammenschluss hochsensible sicherheits-, industrie- und technologiepolitische Fragen berühren würde.

Die drei betroffenen Regierungen hielten sich bislang mit inhaltlichen Bewertungen der Fusion auffällig zurück. Frankreich machte allerdings schon klar, dass es seine staatliche Kapitalbeteiligung an der EADS auf das fusionierte Unternehmen übertragen will. In Deutschland hieß es weiter, es würden alle relevanten Fragen geprüft.

Regierungssprecher Steffen Seibert zufolge wurde eine interministerielle Arbeitsgruppe unter Beteiligung des Kanzleramts, des Wirtschafts-, des Finanz- und des Verteidigungsministeriums geschaffen. Die Federführung für die Gespräche mit Frankreich liegt beim Kanzleramt, wie Reuters aus Koalitionskreisen erfuhr. Mit einer schnellen Entscheidung über die deutsche Haltung sei nicht zu rechnen. Momentan gibt im Regierungsbündnis noch unterschiedliche Meinungen zur Fusion.

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